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Die Freude am Lernen vermitteln

Die Freude am Lernen vermitteln

Mitten in ländlicher Idylle entstand 1891 die VII. Knabenvolksschule. Die wurde dann 1902 aus roten Backstein gebaut, die jetzige Hardenbergschule. Am Freitag und Sonntag wird das 125-jährige Bestehen gebührend mit einem großen Fest und einer Produktion im Opernhaus gefeiert.

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Das waren noch Zeiten: Die Schülerinnen der Hardenbergschule bei Leibesertüchtigungen auf dem Schulhof – natürlich in fast einheitlicher Sportkleidung.

Quelle: hfr

Kiel.  Um 1910 besuchten rund 700 Pennäler die Schule. Es wurde viel gefordert: 45 Kinder lernten in einer Klasse an sechs Vormittagen und vier Nachmittagen. Ab 1913 wurde es milder: Die Kinder mussten nur noch vormittags für fünf Stunden die Schulbank drücken. Heute besuchen 302 Schüler die erste bis vierte Klasse. „Wir fühlen uns den klassischen Werten wie Pünktlichkeit, fairer Umgang, Toleranz und Eigenverantwortung verpflichtet“, erklärt Schulleiterin Eva Schneider. Am wichtigsten sei dabei, die Freude am Lernen zu vermitteln, mit den Schwerpunkten Mathematik, Naturwissenschaft, Sport, Lesekompetenz und Fremdsprachen wie Französisch, Spanisch und Englisch. Das liegt auch an der guten Kooperation mit den Nachbarn: 1990 zogen das Centre Culture Francais, die Deutsch-Iberoamerikanische Gesellschaft und der Kieler Knabenchor in den Westflügel ein.

 Einige Räumungen musste die Schule in den 125 Jahren in Kauf nehmen: Während des Ersten Weltkriegs zog die Schule in die Gerhardstraße und Waitzstraße. 1918 kamen die III. Mädchenvolksschule und VII. Knabenvolksschule wieder zurück in ihr Gebäude. Währen des Zweiten Weltkrieges 1939 musste die Knaben-Volksschule einige Klassen auslagern, weil das Militär das Gebäude beanspruchte. Und ab 1941 diente das Haus als Wohnraum für 500 Italiener, die sich zum Arbeiten im Marinearsenal verpflichtet hatten. Bei Bombenangriffen wurde die Turnhalle zerstört, der Dachstuhl fing Feuer. 1944 mussten die Italiener das Gebäude verlassen, es wurde bis Mai 1945 mit Franzosen belegt. Weil Kiel in Trümmern lag, war über Jahre kein Unterricht im Schulgebäude möglich.

 1950 erhielt die Schule dann ihren heutigen Namen von dem preußischen Staatsmann Karl August Freiherr von Hardenberg (1750-1822). Anfangs wurden die Klassen noch als Schulgruppe Hardenberg 1 (Jungen) und 2 (Mädchen) bezeichnet. Doch zum Schuljahr 1957 zogen die Mädchen in die heutige Reventlouschule; die Enkingschule, eine Mittelschule, bezog den Westflügel in der Hardenbergstraße und blieb bis 1990. Seit 1977 gibt es einen Bühnenraum für Theaterstücke, 1990 wurde der Schulhof für den Sportunterricht neu gestaltet und ein Jahr später gründeten 17 Familien den Verein „Hardenbergzwerge – Betreute Grundschule“. 2011 kam auch der DRK-Hort im Backsteingebäude unter, der Schulhof erblühte mit vier Hochbeeten und wuchs um einen Niedrigseilgarten. Komplett neu ist nun auch die Schülerbibliothek.

 2013 musste die Schülerschaft wieder umziehen und fand vorübergehend Platz in der Wiker Timm-Kröger-Schule: Denn diesmal hatte Sturmtief Christian das Dach hinfort getragen. „Das war echt ganz schön gewaltig“, erinnert Eva Schneider noch sehr gut. Seit anderthalb Jahren gibt es nun andere „stürmische“ Zeiten. „Wir bereiten seitdem das Jubiläum vor“, so die Rektorin.

 Und das beginnt am heutigen Freitag mit einem Schulfest ab 15 Uhr, bei dem Luftballons in die Luft steigen werden. Und am Sonntag wird es hochoffiziell mit Vertretern der Stadt und des Landes: 700 Gäste schauen sich im Opernhaus eine Produktion an, die als Zeitreise die Geschichte und Geschichten der 125 Jahre darstellt. Ausgearbeitet wurde das Projekt von den Künstlern Deborah Di Meglio, Kati Luzie Stüdemann und Aingeala De Burca mitsamt den 302 Schülern.

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