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Ende Juli ist Schluss

Kompass Klinik Kiel Ende Juli ist Schluss

Die Kompass Klinik in Kiel ist zahlungsunfähig. Sie hatte vor fünf Wochen Insolvenzantrag gestellt. Am Montag nun informierte der vorläufige Insolvenzverwalter, der Kieler Rechtsanwalt Reinhold Schmid-Sperber, die Mitarbeiter darüber, dass die Reha-Klinik zum 31. Juli ihren Betrieb einstellen wird.

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Unter einem Dach: Kompass Klinik und Schmerzklinik.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Die 90-Betten-Klinik, die sich auf Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen spezialisiert hat, beschäftigt noch rund 80 Mitarbeiter. Laut Schmid-Sperber befinde sich das 1993 gegründete Unternehmen in einer „sehr schwierigen Situation“, so dass er die Möglichkeit zu einer Sanierung und Fortführung verwerfen musste.

Die Klinikbetreiber wollten die Kompass Klinik ohnehin zum 31. Dezember 2015 schließen. Zu den aktuellen Problemen war es nun gekommen, nachdem im Oktober der Gründer und Direktor der Schmerzklinik Kiel, Prof. Hartmut Göbel, für 4,2 Millionen Euro das Gebäude ersteigert und anschließend festgestellt hatte, dass die Kompass Klinik keine Miete zahlte. Beide Kliniken teilen sich das historische Haus an der Schwentinemündung im Stadtteil Neumühlen-Dietrichsdorf. Göbel hatte daraufhin wegen ausstehender Mietzahlungen im Mai einen Räumungsbeschluss beim Amtsgericht erwirkt; die Kompass-Geschäftsführung trat wenige Tage später den Gang zum Insolvenzgericht an.

Unterdessen hat das Landgericht laut Schmid-Sperber die Räumungsfrist aber bis zum 31. Dezember verlängert. Er wies zudem daraufhin, dass es inzwischen auch ausstehende Zahlungen der Schmerzklinik an die Kompass Klinik gebe. Denn die Kompass Klinik übernimmt vertraglich vereinbart für die Schmerzklinik bestimmte Dienstleistungen, beispielsweise die Verpflegung der stationären Patienten. Doch bislang habe er sich mit dem Schmerzklinik-Leiter nicht über diese finanziellen Fragen einigen können, so der Anwalt.

Reinhold Schmid-Sperber hatte mit mehreren Klinken Gespräche über eine mögliche Fortführung der Kompass Klinik geführt. Sie alle seien jedoch an der „unklaren Raumsituation“ gescheitert. Die Lage sei aber auch schwierig, weil derzeit nicht mehr genügend Patienten in die Klinik kämen. Daher sehe er zur Schließung keine Alternative. Die Mitarbeiter erhalten noch bis zum 31. Juli Insolvenzgeld, zum 1. August verlieren sie ihre Arbeit.

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Die Gesundheitswirtschaft ist für Schleswig-Holstein von herausragender Bedeutung. Sie gilt als Leit- und Zukunftsbranche des nördlichsten Bundeslandes. In keinem anderen Bundesland ist der Anteil der Beschäftigten in diesem Bereich so hoch.

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