27 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Die Stadt rottet an vielen Stellen vor sich hin

Sanierungsstau in Kiel Die Stadt rottet an vielen Stellen vor sich hin

  Der Stadt Kiel fehlt das Geld an allen Ecken und Kanten. Aus einer Ämterumfrage, die Oberbürgermeister Ulf Kämpfer initiiert hat, geht hervor, wie sich der aktuelle Sanierungsstau bei der Infrastruktur von einer halben Milliarde Euro zusammensetzt.

Voriger Artikel
22 Monate Bewährung für Schüsse ins Bein
Nächster Artikel
Wo ist der Sommer?

 Zum Beispiel Straßenpflege nach dem Winter, wie hier im Russeer Weg: Der Sanierungsstau im Bereich der Infrastruktur ist so gewaltig, dass die kreisfreien Städte es nach Ansicht des Kieler Oberbürgermeisters nicht ohne stärkere Hilfe von Bund und Ländern schaffen können.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Am meisten hapert es beim Zustand städtischer Immobilien, allen voran die Schulgebäude. Trotz bereits laufender Bau- und Sanierungsmaßnahmen müsste die Stadt 200 Millionen Euro aufbringen, um den Stau aufzulösen, davon entfiele die Hälfte für marode Schulgebäude mit kaputten Fenstern und Heizungen. Allein 15 Millionen Euro braucht sie im Jahr, um die Immobilien zu warten und zu unterhalten. Ein weiterer großer Brocken ist die Stadtentwässerung mit einem Sanierungsstau von 130 Millionen Euro. Das Kanalnetz leidet unter maroden Leitungen und Rohren, was immer wieder zu Überschwemmungen führt.

Die gleich hohe Summe nennt die Stadt für die notwendige Erneuerung von Kiels Straßen. Der Unterhaltungsaufwand für das Straßennetz der Landeshauptstadt Kiel wurde anhand von Kennzahlen der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen errechnet: Danach müsste die Stadt im Jahr 11,8 Millionen Euro zahlen. Ob verrottete Spundwände an der Kiellinie oder verrostete Fähranleger: Um die Ufereinfassungen auf den neuesten Stand zu bringen, wären 34 Millionen Euro nötig. Brücken schlagen mit 14,345 Millionen Euro auf der Ämterliste zu Buche. Das Management der Verkehrssysteme – wie etwa Ampelanlagen – beziffern die städtischen Mitarbeiter auf einen Sanierungsstau von drei Millionen Euro, 1,5 Millionen veranschlagen sie bei der Straßenbeleuchtung.

Die Zahlen belegen für Ulf Kämpfer, wie dramatisch die Not bereits jetzt ist. Dabei seien Pläne wie die Entwicklung des früheren Marineflieger-Geländes noch gar nicht berücksichtigt. Es geht ihm nach eigenen Aussagen darum, für Transparenz zu sorgen und klar zu machen, dass das Land wie der Bund den Kommunen stärker unter die Arme greifen müsse. Dabei dürfe es nicht zu Alleingängen des Landes kommen, kritisiert er. Das Land übergab beispielsweise den ersten Förderbescheid (3,5 Millionen Euro) an das Städtische Krankenhaus, obwohl Kreise, Städte und Gemeinden eine hälftige Mitfinanzierung ablehnen. mad

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Events in Kiel

Veranstaltungen in Kiel
Aktuelle Termine, News, Infos.

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3