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Die „Thetis D“ muss abgeschleppt werden

Hafen Die „Thetis D“ muss abgeschleppt werden

Seit Montag liegt im Kieler Hafen der Frachter „Thetis D“ fest. Nach einer Explosion im Maschinenraum ist das 168 Meter lange Schiff nicht mehr fahrtüchtig. Die Wasserschutzpolizei und die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (Hamburg) ermitteln. Fest steht bislang nur, dass die „Thetis D“ so schnell nicht mehr aus eigener Kraft wird fahren können.

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Der Frachter „Thetis D“ liegt mit seinen Containern seit einer Woche im Ostuferhafen am Liegeplatz 1.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Der Schaden soll so gewaltig sein, dass eine Reparatur im Ostuferhafen ausgeschlossen wurde. Der Schiffsmotor vom Typ MAN B&W soll bei der Explosion so schwere Schäden davongetragen haben, dass er nur in einer Werft repariert werden kann. „Die Ursache der Havarie ist unbekannt. Die Ermittlungen dauern an“, sagt ein Sprecher der Kieler Polizei. Das Feuer im Maschinenraum immerhin konnte die Besatzung schnell löschen.

 Der Frachter fuhr für die Reederei Hapag-Lloyd. Sie hatte die 2009 gebaute und in Monrovia (Liberia) registrierte „Thetis D“ von der Reederei Drevin aus Cuxhaven gechartert. Wie Hapag-Lloyd auf Anfrage mitteilte, war das Schiff im sogenannten Russia-Express-Service (REX) eingesetzt. Im Rahmen dieses Liniendienstes hatte das für 1460 Container ausgelegte Schiff in Helsinki, St. Petersburg und Gdingen geladen. Bestimmt waren die Stahlkisten für Hamburg und Bremerhaven.

 Wann die Container bei ihren Empfängern ankommen, steht jetzt in den Sternen. Bei der Reederei Hapag-Lloyd war das am Freitag unter anderem auch deswegen unklar, weil noch Entscheidungen der Versicherungen ausstehen. Die Reederei Drevin in Cuxhaven wollte sich auch noch nicht äußern. Dort wurde auf die nächste Woche verwiesen.

 Da der Liegeplatz des Frachters derzeit nicht benötigt wird, könnte die „Thetis D“ dort auch noch die nächste Woche liegen. Wie aus Hafenkreisen zu hören war, wird geprüft, ob zumindest die etwa 30 Kühlcontainer mit verderblicher Ladung von dem Schiff genommen werden können. Diese Container könnten per Lkw oder Zug nach Hamburg oder Bremerhaven gebracht werden. Eine Entscheidung war aber bis Freitagabend nicht gefallen.

 Am Abend wurde jedoch bekannt, dass es Gespräche mit einer Hamburger Schleppreederei gibt. Der Frachter könnte von mindestens zwei Schleppern nach Hamburg geschleppt werden. Dort könnten die Container dann in der kommenden Woche entladen werden, sodass ein Teil der Ladung soll die Weiterreise mit anderen Schiffen antreten könnte. Die leere „Thetis D“ soll danach zur Begutachtung und Reparatur in eine Werft gebracht werden.

 Bei der Reederei Hapag-Lloyd wurde die „Thetis D“ inzwischen aus dem Fahrplan genommen. Deutschland größte Linienreederei hatte angesichts der Überkapazitäten keine große Mühe, einen Ersatz zu finden. Das gerade in Emden wartende Containerschiff „Frederik“ der Reederei Schepers hat inzwischen den Platz der „Thetis D“ im REX-Fahrplan eingenommen. Am Abend nahm die „Frederik“ Kurs auf Hamburg. Von dort geht es am Sonnabend via Kanal mit Kurs auf Gdingen, Helsinki und St. Petersburg.

 Gebaut wurde die 17488 BRZ große „Thetis D“ im Jahr 2009 auf der Hamburger Sietas-Werft. Sie ist eines der letzten Containerschiffe, den die Werft baute. Seit der Indienststellung fährt das Schiff für die Reederei Drevin. Für das 1957 gegründete Unternehmen war es die zweite Havarie: Vor 20 Jahren wurde der 86 Meter lange Containerfrachter „Sabine D“ im Nord-Ostsee-Kanal durch den Frachter „Baltic Champ“ gerammt. Die „Sabine D“ kenterte damals. Die Bergung dauerte mehrere Wochen.

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