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Kiels Polizei stellt sich neu auf

Dienststellen Kiels Polizei stellt sich neu auf

Die Polizei in der Landeshauptstadt steht vor der größten Umorganisation ihrer Dienststellen seit Jahren. Die heute zehn Stationen in den Stadtteilen werden zu sechs zusammengelegt. Kiels Polizeichef Thomas Bauchrowitz verspricht sich dadurch deutliche Verbesserungen in den Arbeitsabläufen.

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Die Station in Holtenau ist derzeit nur jeweils zwei Stunden an zwei Tagen in der Woche besetzt. Sie wird geschlossen.

Quelle: Petra Krause

Kiel.  Er hofft, dass die schrittweise Umsetzung 2017 abgeschlossen ist. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer kann die Sorgen der Kieler nachvollziehen, dass die gefühlte Nähe zur Polizei in einigen Stadtteilen nachlässt.

 Bauchrowitz erklärte seinen Plan am Beispiel der Station Holtenau. „Seit einem Jahr sind zwei Beamte an zwei Tagen in der Woche für zwei Stunden vor Ort. Seitdem kamen nur 61 Bürger“, sagte der Polizeichef. Die Station gebe es seit 125 Jahren, als noch der Schutzmann an der Ecke für Ruhe und Ordnung sorgte. „Das ist nicht mehr zeitgemäß, heute brauchen wir einheitliche Strukturen“, sagte er. Aus diesem Grund hat er vor etwa einem Jahr seine Revierleiter gebeten, die Dienststellen auf den Prüfstand zu stellen. Schnell kristallisierte sich heraus, dass es große Unterschiede zwischen Fläche, Bevölkerung und Straftaten gibt. Zum Beispiel leben in Friedrichsort 9400 Menschen, die 703 Taten angezeigt haben. In Holtenau mit 5200 Bewohnern gab es 197 Taten.

 In den Stadtteilen mit deutlich höherer Bevölkerungsdichte wie Mettenhof, Hassee oder Dietrichsdorf sind in den Stationen bis zu 13 Beamte tätig. „Diese heterogene Struktur sollte angepasst werden“, sagte Frank Matthiesen, stellvertretender Leiter der Kieler Polizei. Die größten Veränderungen gibt es somit im Kieler Norden: Das erste Polizeirevier an der Düppelstraße betreut heute die Stationen in Schilksee, Friedrichsort, Holtenau, der Wik und Suchsdorf. Künftig gibt es nur zwei Zweigstellen. Friedrichsort bleibt, ein neuer Standort in Projensdorf kommt hinzu. Das zweite Revier an der Falckstraße hat keine Stationen und wird nicht angetastet. Auch das dritte Revier in der Von-der-Tann-Straße mit den Außenstellen in Hassee und Mettenhof ist nicht betroffen.

 Das vierte Revier in Gaarden an der Werftstraße mit seinen Satelliten in Kronsburg, Elmschenhagen und Dietrichsdorf verliert eine Dienststelle. Diet- richsdorf bleibt, Kronsburg und Elmschenhagen werden zu einer neuen Einheit in Wellsee zusammengelegt. Künftig arbeiten in den sechs Stationen zehn bis 15 Polizisten. „Damit haben wir eine Verbesserung der Sprechzeiten, die Kollegen draußen können eigene Ermittlungsschwerpunkte setzen und sich besser sichern“, sagte Bauchrowitz. Zudem stünden durch weniger Führungspersonal mehr Kräfte für Einsätze und Präventionsaufgaben zur Verfügung. „Ich verstehe die Sorgen der Kieler, die möglicherweise ihren bekannten Beamten vermissen. Die Bürgernähe bleibt aber auf jeden Fall gewährleistet.“

 Das Vorhaben der Polizei sei nachvollziehbar für ihn, sagte Kämpfer: „Thomas Bauchrowitz hat mir versichert, dass durch die gewonnene Effizienz die Sicherheit gewährleistet bleibt und auch die Präventionsveranstaltungen weiter stattfinden. Mit mehr Personal können die Stationen auch bessere Öffnungszeiten anbieten.“

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Günter Schellhase
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In normalen Zeiten hätte die Umstrukturierung der Polizei in der Landeshauptstadt eine unaufgeregte Sache werden können. Denn der Kieler Polizeichef hat ja grundsätzlich Recht: Manche Stationen werden von den Bürgern kaum genutzt.

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