25 ° / 17 ° Gewitter

Navigation:
Stadt Kiel schafft 276 neue Planstellen

Diskussionen im Rathaus Stadt Kiel schafft 276 neue Planstellen

Dass die hoch verschuldete Stadt Kiel 276 neue Planstellen schafft, hat Diskussionen auch im Rathaus ausgelöst. Personaldezernent Wolfgang Röttgers, der die ungewöhnlich hohe Aufstockung im Innen- und Umweltausschuss verteidigte, stieß auf breite Zustimmung bei Politik und Personalräten.

Voriger Artikel
Erst mit der Sprache kommen sie an
Nächster Artikel
Zuspruch für Zusammenschluss

In vielen Ämtern stapeln sich die Akten, die Mitarbeiter kommen nicht mehr hinterher. Auch die Personalräte der Stadt Kiel schlagen Alarm: Rückstands- und Überlastungsanzeigen häuften sich, da die Verwaltung immer neue Aufgaben aufgebürdet bekomme. Vor dem Hintergrund begrüßen sie die geplante Personalaufstockung.

Quelle: imago

Kiel. Ob Ausbau der Kinderbetreuung, Pflege oder die Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen – die Kommunen bekommen von Land und Bund laut Röttgers immer mehr Aufgaben aufgebürdet, die sie bei gleichbleibendem Personalbestand nicht bewältigen können: „Wir sind die Front. Wir, die Kommunen, haben die Auseinandersetzungen“, klagte der Stadtrat, der nächste Woche den Haushaltsentwurf und Stellenplan in den Finanzausschuss einbringt. Auf 16,4 Millionen Euro beziffert Röttgers, wie berichtet, das Gesamtkostenvolumen für den Stellenzuwachs, davon seien aber 6,5 Millionen Euro gegenfinanziert.

Das Ganze sei kein Pappenstiel und eine dauerhafte Belastung für den Haushalt, begründete Rainer Kreutz von der CDU, dass seine Fraktion gegen den Stellenplan stimmen wird. Im Vorfeld hatte bereits CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Kruber angekündigt, besonders kritisch zu überprüfen, ob wirklich jede Stelle notwendig sei. Auch dürften neue Stellen nicht die einzige Antwort auf einen so hohen Krankenstand sein. Das Plus an Stellen, räumte Röttgers ein, werde den Krankenstand nicht wesentlich abbauen. Rein rechnerisch fällt jeder der 4663 aktiven Beschäftigten an etwa 26 Tagen im Jahr wegen Krankheit aus.

135,5 Stellen für Flüchtlingsbetreuung

Der landesweit höchste Krankenstand in einer Stadtverwaltung und der Personalmangel ließen nicht nur den Gesamtpersonalrat Alarm schlagen. Auch die Rechnungsprüfer kritisierten in ihrem jüngsten Bericht, dass manche zentrale Ämter in der Verwaltung ihre Arbeitsaufträge nicht mehr richtig erfüllen könnten, da immer neue Aufgaben auf sie einstürmten. Die Folge sei ein „Stillstand in vielen anderen Ämtern“. Überlastungs- und Rückstandsanzeigen nähmen zu.

135,5 neue Stellen für die Betreuung von Flüchtlingen, zehn Erzieherstellen im Springerpool, um den Betrieb überhaupt aufrechterhalten zu können, 20 Stellen für Schulassistenz, 42 Stellen im Bau-, Planungs- und Immobilienbereich, acht neue Brandmeister und Notfallsanitäter, elf weitere Stellen für die Leitstelle – es waren nur einige Beispiele, die laut Röttgers untermauern, dass dieser Stellenplan eine gute Entscheidung sei. Leistung brauche Mitarbeiter, meinte Dagmar Hirdes (Grüne). Rückendeckung für die Verwaltungsspitze kam auch vom SSW: Die Belastungen „werden uns von außen aufoktroyiert“, kritisierte Fraktionsvorsitzender Marcel Schmidt: Das Ganze wachse ja nur, weil die Stadt immer mehr neue Aufgaben dazu bekomme. Falk Stadelmann (SPD) lobte vor allem die Übereinstimmung von Personalrat und Verwaltung. Dirk Lerche, Vorsitzender des Gesamtpersonalrats, hält den Zuwachs für dringend erforderlich: „Wir begrüßen, dass die Verwaltung aktiv auf die immense Arbeitsbelastung reagiert.“

An die Kritiker aus den Reihen der CDU appellierte er, zu sagen, wo sie Stellen streichen wollten. Auch sein Stellvertreter Michael Schneider warb um Zustimmung für den Plan. Doch die CDU blieb bei ihrem Nein, während SPD, Grüne, SSW und Linke ihm zustimmten.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

Kieler Förde

Schiffspositionen in
der Kieler Förde, dem
NOK und der Ostsee.

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3