19 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Unterbringung in der Psychiatrie gefordert

Doppelter Kindesmissbrauch Unterbringung in der Psychiatrie gefordert

Im Prozess um den doppelten Kindesmissbrauch in Kiel-Gaarden vom Januar 2016 hat Staatsanwältin Veronika Stoltz-Uhlig am Mittwoch im Kieler Landgericht die dauerhafte Unterbringung des Täters in der Psychiatrie gefordert. Der Beschuldigte sei eine Gefahr für die Allgemeinheit.

Voriger Artikel
Atommüll: Nun muss Kiel beraten
Nächster Artikel
Der Schaukelspaß ist bald vorbei

Im Prozess um den doppelten Kindesmissbrauch in Kiel-Gaarden vom Januar 2016 hat Staatsanwältin Veronika Stoltz-Uhlig am Mittwoch im Kieler Landgericht die dauerhafte Unterbringung des Täters in der Psychiatrie gefordert.

Quelle: dpa

Kiel. Die Rechtsanwältinnen der Nebenklage schlossen sich im Namen der missbrauchten Mädchen dem Antrag an. Der Verteidiger des 31-jährigen Beschuldigten, Stefan Tovar, stellte keinen konkreten Antrag. Am kommenden Mittwoch will die Jugendstrafkammer in öffentlicher Sitzung das Urteil verkünden.

 Die Plädoyers waren mit Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte des mutmaßlichen Täters und seiner Opfer unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorgetragen worden. Auch das Gutachten einer psychiatrischen Sachverständigen, die die Schuldunfähigkeit des zur Tatzeit unzurechnungsfähigen Mannes feststellte, wurde hinter verschlossenen Türen erörtert.

 Aus Sicht der Staatsanwaltschaft hat das seit Ende Juli verhandelte Sicherungsverfahren die Einschätzung, der aus Turkmenistan stammende 31-Jährige habe wegen einer krankhaften seelischen Störung das Unrecht seiner Tat nicht erkannt, nach sechstägiger Beweisaufnahme bestätigt.

 Laut Tatvorwurf hatte der Vater zweier Kinder im ersten Fall am Vormittag des 6. Januar 2016 seine beiden Söhne in eine Kindertagesstätte im Ostufer-Stadtteil Gaarden gebracht und dort ein fünfjähriges Mädchen in einer Toilette schwer missbraucht. Das Kind vertraute sich einer Mitarbeiterin an, die sofort die Polizei einschaltete. Der Mann wurde festgenommen, bestritt jedoch den Übergriff und blieb auf freiem Fuß.

 Ein Haftbefehl wurde nicht beantragt, obwohl dem Gesundheitsamt Hinweise auf eine psychische Erkrankung vorlagen. Drei Wochen später, am 31. Januar, lockte der Mann eine Siebenjährige, die mit einer Gleichaltrigen im Bereich der Hans-Christian-Andersen-Schule spielte, mit der Aussicht auf eine Barbiepuppe in seine Wohnung unweit des Vinetaplatzes.

 Das dort vom Täter schwer missbrauchte, im Genitalbereich durch grobe Manipulationen erheblich verletzte Mädchen wurde wenig später in Tatortnähe von Polizeibeamten aufgegriffen. Später führte die kleine Zeugin die Beamten zum Tatort und identifizierte den Beschuldigten anhand von Fotos.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Kindesmissbrauch in Gaarden
Foto: Vor dem Landgericht in Kiel muss sich ein 31-Jähriger verantworten, der zwei Kinder missbraucht haben soll.

Der sexuelle Missbrauch zweier Mädchen in Gaarden hat zu Beginn dieses Jahres für tiefe Betroffenheit gesorgt. Im Strafverfahren gegen den 31-jährigen Tatverdächtigen berichteten Rechtsmediziner am Mittwoch über die schweren gesundheitlichen Folgen für die Opfer.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3