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Himmlische Figuren in luftigen Höhen

Stieg op Himmlische Figuren in luftigen Höhen

Er selber habe leider keine Flügel, doch dafür lässt Robert Brasington himmlische Figuren in luftige Höhen aufsteigen. Wie der 62-jährige Tasmane seine bekannten graphischen Drachen baut, zeigte er den Drachenfreunden „Stieg op“ in einem Workshop.

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Drachenbauer Robert Brasington mit zwei seiner Himmelstürmer.

Quelle: Karina Dreyer

Kiel. Robert Brasington stammt aus Tasmanien und ist gelernter Landschaftsgärtner. Als solcher arbeitete er bei einer großen Firma in England und startete auch mit dem Drachenbau. Seit 1993 designt der heute 62-Jährige Lenkdrachen für große Firmen in Amerika und Deutschland sowie für seine eigene Firma.

 Der Gestaltungsleitsatz, dass die Form der Funktion folgt, ist ihm unwichtig. „Ich mache das genau andersherum. Erst habe ich ein wunderbares Design, dann probiere ich solange aus, bis es fliegt“, erzählt er.

 Der Tasmane sagt von sich selber, dass er ein Tagträumer sei und sich dabei manchmal Meilen von der Erde entfernt befinde. In den Höhen, in denen auch seine Drachen farbig leuchten sollen. Dann sinniert er über Farben und Formen. Doch nicht nur Gedankenspiele sind Grundlage seines Designs. Er recherchiert auch gründlich nach neuen Farbkombination in Mode- und Kosmetikzeitschriften, um am Markt aktuell zu sein. „Momentan ist die Kombination Grün und Malve angesagt“, sagt er.

 Bekannt wurden seine fliegenden Kunstwerke durch ihre schwarze Umrandung: seine sogenannten Kathedraldrachen in Anlehnung an Kirchenfenster. „Auch der Islam hat wunderbare geometrische Formen“, erklärt er.

 Der Kontakt zu den Drachenfreunden „Stieg op“ kam über Peter Schmidt. Beide trafen sich viele Male bei Drachenevents. „Dabei entstand eine Freundschaft und die Idee, dass er auf dem Weg zum 31. Kitefliersmeeting Fanö bei uns vorbeischaut und seine Kunst in einem Workshop zeigt“, erklärt Schmidt. Denn einen echten Brasington mal selber zu bauen, das sei schon ein Highlight. Und man würde einen Drachen des Tasmanen auch immer erkennen, denn sein Design sei unverkennbar.

 Zwei Tage werkelten die Drachenfreunde in Elmschenhagen über ihren Himmelstürmern aus Segeltuch, das an der Nähmaschine in Form gebracht wurde. „Man kann das Tuch auch kleben, aber genäht hält ein Drachen länger“, sagt Brasington. Stäbe aus Glasfaser oder Kohlefaser und Organza für den Drachenschwanz bekäme jeder, der selber einen bauen möchte, im gut sortierten Drachengeschäft. Wer noch etwas Anleitung braucht und gerne mal bei den Drachenfreunden vorbeischauen möchte, kann das donnerstags von 18 bis 20 Uhr in der Pestalozzi-Schule in Eckernförde, dort treffen sich die rund 40 Drachenfreunde. Einige von ihnen fahren zum Kitefliersmeeting nach Dänemark, Fanö ist das alljährliche Mekka für Drachenflieger. „Dort lassen wir natürlich auch unsere Brasingtons voller Stolz fliegen“, so Schmidt.

 In den unterschiedlichsten Farben, denn jeder ließ sich vor dem Workshop einen Baukasten vom Meister selber zusammenstellen. „Ich habe mich für Gelbabstufungen entschieden“, sagt Herbert Leßmann, der seit 30 Jahren selber Drachen baut und das besondere Design des Tasmanen liebt. Wulf Bladt frönt seit 1992 der Drachenfliegerei. „Jahrelang hat man das mit den Kindern gemacht und dann entdeckt man seine eigene Leidenschaft“, erklärt er. Eigene Einleiner und das in Verbindung mit der frischen Luft und dem Gefühl von Freiheit am Strand, das sei schon ein tolles Gefühl. Und wenn dann noch der eigene Brasington am Himmel leuchtet, was will ein Kitefan mehr?

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