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Kieler Inklusions-Modell wird Vorbild

Drachensee Kieler Inklusions-Modell wird Vorbild

Das bundesweit wie international beachtete Kieler Modellprojekt „Inklusive Bildung“ feiert weitere Erfolge. Eine renommierte Jury kürte das Projekt zum Gewinner des mit 15 000 Euro dotierten Paul-und-Käthe-Krämer-Inklusionspreises 2016.

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In Kiel hat sich das Modell schon bewährt. Menschen mit Behinderungen halten nach einer speziellen Ausbildung an Hochschulen Vorlesungen zur Inklusion.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Das Besondere an dem „Kieler Modell“: Menschen mit Behinderungen halten nach ihrer Ausbildung zu Bildungsfachkräften an Hochschulen Vorlesungen zur Inklusion. Mehr als 200 Bewerbungen aus ganz Deutschland sichtete die Jury, die das vor zwei Jahren gestartete Projekt der Kieler Stiftung Drachensee als „weltweit einmaligen Ansatz“ bezeichnete. Es baue „Barrieren in den Köpfen“ ab, indem umfassend qualifizierte Menschen mit Behinderungen angehenden Pädagogen im Rahmen ihrer Ausbildung an Fach- und Hochschulen Inklusion aus erster Hand vermittelten.

Die Jury-Vorsitzende Prof. Irmgard Merkt (TU Dortmund) erklärte in ihrer Laudatio, dass dieser „innovative Ansatz“ die Jury einstimmig überzeugt habe: „Das Projekt baut Brücken zwischen zwei Welten, die ansonsten weit voneinander entfernt sind: die der Menschen mit einer Behinderung und die der Hochschule“. Indem Menschen mit Behinderungen selbst ihre Lebenswelten und Bedarfe kompetent thematisierten, helfe das Projekt den Hochschulen, Theorie und Praxis zu verzahnen.

Auch organisatorisch entwickelt sich das Projekt immer weiter. Nach Ende ihrer Ausbildung im Herbst 2016 werden fünf Bildungsfachkräfte plus eine pädagogische Leiterin bei der neu gegründeten gemeinnützigen GmbH „Institut für inklusive Bildung“ sozialversicherungspflichtig fest angestellt, um ihre Lehrtätigkeit fortsetzen zu können.

Nach so vielen Erfolgen einschließlich des jetzt errungenen Sieges beim bundesweiten Inklusionspreis geht die Freude über so viel Anerkennung bei den Projektteilnehmern jetzt „so richtig durch die Decke“ , wie Wulf-Schnabel es beschreibt. Doch den Projektleiter selbst freut etwas anderes am meisten: „Ich hätte es nie für möglich gehalten, wie diese Anerkennung die persönliche Entwicklung unsere Bildungsexperten gefördert hat. Welche Kraft ihnen das gegeben hat, ist wirklich unglaublich.“

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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