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Dreifaches Nachwuchsglück bei den Wanderfalken

Rathausturm Dreifaches Nachwuchsglück bei den Wanderfalken

Inzwischen ist sich Holger Weidmann von der Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz sicher: Kiel hat dreimal Wanderfalken-Nachwuchs bekommen. Bis vor kurzem dachte der 72-Jährige noch, dass das Wanderfalkenpaar im Rathausturm nur ein Jungtier ausgebrütet hätte.

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Ab und zu verirrt sich noch mal einer der drei jungen Wanderfalken aus dem Rathausturm. Dann rückt Experte Holger Weidmann an und bringt ihn wieder nach oben.

Quelle: Katja Malliakas

Kiel. Doch Augenzeugen haben fünf Wanderfalken um den Turm fliegen sehen.

Zu verdanken sind die neuesten Informationen einer unmittelbaren Anwohnerin, die ihre kindliche Begeisterung für Vogelbeobachtungen beim Erblicken der Falken wieder entdeckte. Mit ihrem kleinen Opernfernglas beobachtete sie drei Falken in der Luft bei der Beuteübergabe und zwei weitere auf dem Turm. Für Holger Weidmann der Beweis, dass es sich um drei Jungtiere handelt. „Die fliegen bereits bis zum Schornstein der Stadtwerke und jagen dort“, so Weidmann. Er rechnet damit, dass die Jungen zwischen Mitte und Ende August selbstständig jagen können. Dann werden sie sich ein eigenes Revier suchen. Natürlich hofft Weidmann, dass dies innerhalb Kiels sein wird.

 Riesig gefreut hat sich Weidmann, dass es nun auch endlich am Schleswiger Dom mit Nachwuchs geklappt hat. Vor sechs Jahren hatte er dort einen 30 Kilo schweren Nistkasten über eine Wendeltreppe auf den 100 Meter hohen Turm heraufgeschleppt. Die Hoffnung, dort jemals ein brütendes Wanderfalkenpaar zu erleben, hatte er aber fast schon aufgegeben. Zwar hatten immer mal wieder Wanderfalken den Nistkasten zum Überwintern genutzt, sind dann aber stets Ende April/Anfang Mai Richtung Skandinavien weitergezogen. Als im Mai zwei Vögel um den Domturm flogen, dachte Weidmann: „Das wird wieder nichts, denn normalerweise bleibt einer bei der Brut.“ Umso überraschter war er, als ihm ein Schleswiger Vogelschützer als Beweis ein Foto mit zwei jungen Wanderfalken schickte. „Die sind noch recht jung, da sie jetzt erst ihre Mauserfedern verlieren“, sagt Weidmann. Somit ist der Schleswiger Nachwuchs um einiges jünger als der Kieler.

 Im Kieler Rathaus sind die Turmfahrten weiterhin eingestellt – bis die Jungen weg sind. „Jetzt kriegen wir die erstmal groß und sehen dann weiter“, sagte Pressesprecherin Annette Wiese-Krukowska. Dann wolle man sich mit den Experten wie Holger Weidmann zusammensetzen. Weidmann selbst bittet darum, falls mal ein Jungtier sich verfliegt und auf der Erde landet, ihn zu benachrichtigen, damit er sich darum kümmern kann.

 Holger Weidmann, Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz, Tel. 0431/520202.

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