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Dritter Anlauf in Prozess gegen Rocker

Kiel Dritter Anlauf in Prozess gegen Rocker

Ein Kieler Rocker-Boss soll eine junge Frau brutal vergewaltigt haben. 2012 platzte der Prozess zwei Mal. Jetzt versucht es das Kieler Landgericht erneut.

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Ein Kieler Rocker-Boss soll eine junge Frau brutal vergewaltigt haben.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Kiel. Über zweieinhalb Jahre, nachdem ein Vergewaltigungsprozess gegen ihn zum zweiten Mal platzte, steht der frühere Vize-Chef der inzwischen verbotenen Kieler Hells Angels erneut vor Gericht. Nach Angaben eines Sprechers des Kieler Landgerichts sind zum erneuten Prozessauftakt noch keine Zeugen geladen. Es werde zunächst nur die Anklage verlesen. Ob sich der Ex-Rocker-Vize danach äußern wird, ist ungewiss.

Die Anklage wirft dem 57-Jährigen vor, zwischen September 2010 und März 2011 eine damals 20-Jährige Zwangsprostituierte drei Mal auf besonders erniedrigende Weise vergewaltigt zu haben. Die junge Frau ist Hauptbelastungszeugin und Nebenklägerin. Sie erlitt laut damaligem Gutachten ein schweres seelisches Trauma und ist im Zeugenschutzprogramm.

Im November 2012 war das mutmaßliche Opfer mit Drillingen schwanger. Die Schwangerschaft galt als Risiko, die ihr Leben akut gefährdete. Deswegen setzte die Kammer das Verfahren im zweiten Anlauf auf Antrag der Verteidigung aus. Die Verteidigung hatte betont, dass im Prozess Aussage gegen Aussage stehe und die Zeugin einer besonders kritischen Befragung ausgesetzt sei. Schon den ersten Prozessstart hatte der Verteidiger mit einem Befangenheitsantrag gegen einen der Laienrichter gestoppt.

In dem Verfahren sollte auch der ehemalige Boss der inzwischen aufgelösten Legion 81, einer Unterstützertruppe der Hells Angels, aussagen. Er war Zuhälter der Zwangsprostituierten und soll die Vergewaltigung der sich heftig wehrenden und weinenden Frau gebilligt haben. Der selbst zu mehreren Jahren Haft verurteilte Mann ist ebenfalls im Zeugenschutzprogramm. Er hatte als Aussteiger die bislang größte Razzia gegen Rocker in Schleswig-Holstein und eine wochenlange vergebliche Leichensuche in einer Lagerhalle bei Kiel ausgelöst. An seiner Glaubwürdigkeit wurden aber Zweifel laut.

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