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Kiel setzt auf E-Busse

Klage der Umwelthilfe Kiel setzt auf E-Busse

Die Ankündigung der Deutschen Umwelthilfe, über eine Klage kurzfristig Diesel-Fahrverbote in Kiel zu erzwingen, hat heftige Kritik in der Wirtschaft und bei Privatnutzern von Diesel-Pkw ausgelöst. Doch hinter den Kulissen tut sich einiges.

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Alltag auf dem Theodor-Heuss-Ring in Kiel: Weil die Stickoxidbelastung zu hoch ist, will die Deutsche Umwelthilfe per Klage ein Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge durchsetzen - zum Schutz der Bewohner.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Man sei schlicht entsetzt, heißt es beim Verband Handwerk Schleswig-Holstein. Für Präsident Thorsten Freiberg würde eine erfolgreiche Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) „ein Berufsverbot für Tausende Handwerker bedeuten“. Die Auftragsbücher seien voll. „Wie aber sollen unsere Betriebe ihren Kunden einen Termin zusagen, wenn sie nicht wissen, ob sie in den nächsten Monaten überhaupt ihre Kunden erreichen können?“

Andreas Katschke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Schleswig-Holstein, betont: Ein Diesel-Fahrverbot würde letztlich vor allem die Verbraucher treffen - und den Wohnungsneubau, der gerade in Kiel dringend nötig sei.

Auch viele private Diesel-Nutzer melden sich erbost. Klaus Ludloff findet, dass die DUH mit ihrer Klage den Verursachern des Dieselskandals dient: „Indem sie den betrogenen Diesel-Pkw-Besitzern das Fahren verbieten will und sie zwingt, andere Autos zu kaufen – zum Nutzen der Verursacher der Luftverschmutzung.“ Stattdessen müsste das Ziel der Luftreinhaltung erreicht werden, indem die Hersteller die Autos auf eigene Kosten umrüsten.

In Kiel wird dagegen bereits geplant, wie man dem Fahrverbot entgehen kann: So sollen ÖPNV und Fördeschifffahrt verbessert, die KVG-Linienbusse „kurzfristig“ auf Elektroantrieb umgestellt und mittelfristig an 60 Standorten Ladestationen für E-Autos geschaffen werden. Gleichzeitig wird geprüft, wie sich Fahrverbote für Diesel-Kfz mit maximal Euro-5-Norm auswirken würden.

Thomas Rackow, Geschäftsführer beim Unternehmensverband Logistik Schleswig-Holstein, fordert dringend Planungssicherheit. "Die Paketdienste rüsten bereits auf E-Mobilität um. Den anderen Unternehmen bliebe bei einem kurzfristigen Diesel-Verbot nur, die Waren in Umschlagzentren am Stadtrand umzuladen. Aber auch das würde große Investitionen erfordern, die letztlich der Verbraucher tragen müsste.“

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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Kommentar

Wenn Gernot Hassknecht, der nette Wutbürger aus der „heute-Show“, das drohende Fahrverbot für Dieselautos in Kiel kommentieren müsste, dann würde das wahrscheinlich so klingen: Liebe Deutsche Umwelthilfe. Nun hast du also festgestellt, dass die doofen Schadstoffwerte an zwei Kieler Straßen zu hoch sind, und möchtest, dass die Luft wieder schön sauber wird. Das finde ich richtig gut.

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