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Bisher ging es langsam durch den Knick

Düsternbrook Bisher ging es langsam durch den Knick

Die Stadt strebt einen Ausbau des Verkehrsknotenpunkts Beselerallee/Reventlouallee/Niemannsweg an. Erwähnt wurde das bereits im Verkehrsentwicklungsplan (VEP) des Jahres 2008. Doch nun soll die Sache anscheinend ernst werden, und die Anwohner sind über das Vorhaben gar nicht begeistert. Unter anderem befürchten sie eine übermäßige Beschleunigung des Verkehrs.

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Die Route Beselerallee/Reventlouallee macht am Niemannsweg bisher einen Knick. Anwohner befürchten einen Verlust dieser „natürlichen“ Geschwindigkeitsbegrenzung.

Quelle: Christoph Jürgensen

Düsternbrook. Wer von der Feldstraße kommend die Beselerallee Richtung Wasser hinunterfährt, muss am Niemannsweg einen kleinen Schlenker einlegen, um in die Reventlouallee zu gelangen. Das bedeutet, dass Autofahrer ihr Fahrzeug hier ein wenig abbremsen müssen – auch wenn die Ampel auf Grün steht. Diese „natürliche Geschwindigkeitsreduzierung“ schätzen die Bürger, die um die Kreuzung herum leben und arbeiten. Sie befürchten nun deren Verlust.

 Denn das Tiefbauamt möchte den Knick in der Kreuzung begradigen und das Ende der Beselerallee zur Reventlouallee hin ausrichten. Der Beginn der Baumaßnahme sei den Anliegern gegenüber für Frühjahr nächsten Jahres angesetzt worden, berichtet Anwalt Dirk Taubitz, der in unmittelbarer Nähe zur Kreuzung ansässig ist. Ebenso sei angekündigt worden, dass Pachtverträge über stadteigene Grundstücksanteile im Kreuzungsbereich, die für den Ausbau benötigt würden, gekündigt werden sollen.

 Im VEP ist ein moderater Ausbau der Kreuzung vorgesehen – abweichend von den deutlichen Ausbauplänen, die noch der Generalverkehrsplan von 1988 forderte. Als Teil der Gesamtmaßnahme Beselerallee/Reventlouallee wurde bereits vor Jahren das alte Pflaster zwischen Holtenauer Straße und Moltkestraße gegen eine ebene Asphaltdecke ausgetauscht. 2012/13 hatte das Tiefbauamt die Reventlouallee umgebaut. Zur Vollendung des Projekts fehlt nur noch die „verkehrsangepasste Gestaltung“ (VEP) des Knotens Beselerallee/Reventlouallee/Niemannsweg.

 Akuten Handlungsbedarf sehen die betroffenen Anlieger nicht. „An vielen Stellen werden in Kiel die Straßen verkehrsberuhigt, und hier will man Millionen ausgeben für nichts und wieder nichts“, meint Ralf Huber, der bis vor einiger Zeit an der Kreuzung gewohnt hat. „Das ist ein absolut wahnsinniges Bauvorhaben.“ Huber befürchtet, dass der „herrliche alte Baumbestand“ rund um die Kreuzung gefährdet sein könnte. Im Bereich wächst ein alter Esskastanien-Baum, der wegen seiner Schönheit und Seltenheit auf der Liste der Naturdenkmale zu finden ist und somit unter besonderem Schutz steht.

 „Angesichts einer klammen Haushaltskasse und dringenden Projekten wie Straßenausbesserungen und – jetzt ganz akut – der Unterbringung von Flüchtlingen ist dieses Vorhaben der Stadt Kiel eine Farce und eine geplante Verschwendung von Millionen Euro an Steuergeldern“, mahnt Huber. Einige Eigentümer und Mieter haben sich zu einer Initiative zusammengefunden, deren Interessen bei Taubitz zusammenlaufen. „Die Eigentümer wollen sich gegen das Vorhaben wehren“, erklärt der Anwalt. Auch wenn das Projekt mit rechtlichen Schritten womöglich nicht zu stoppen sei, so wolle man doch auf den „deutlich erkennbaren Unsinn“ dieser Steuerverschwendung aufmerksam machen.

 Die Stadt selbst gibt sich einsilbig zu dem Vorhaben: „Da es sich um eine Maßnahme handelt, die sich noch in der Planung befindet, können ihre konkreten Fragen gegenwärtig nicht beantwortet werden“, heißt es in einer Stellungnahme.

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