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Stadtpolitiker wollen nachbessern

Dunkle Ecken in Kiel Stadtpolitiker wollen nachbessern

Kommunalpolitiker und Leser haben besorgt auf die Beleuchtungssituation in der Landeshauptstadt reagiert. Wie berichtet, sieht sich das Tiefbauamt mit Verweis auf das mit 100 000 Euro begrenzte Budget nicht in der Lage, alle unbeleuchteten Wege und Straßen in Kiel mit Laternen auszustatten.

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Ist dieser Weg in der Wik zu finster? Das Bedürfnis nach Beleuchtung ist individuell, die Bereitschaft dafür Geld auszugeben auch. Die Suche nach einem Konsens bleibt schwierig.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. „Viele Frauen wagen sich in der Dunkelheit nicht auf die Straße, nutzen selbst das Auto für kürzere Strecken“, kommentiert beispielsweise KN-Online-Leser Reuter. Trotz riesiger Steuereinnahmen sei kein Geld da. Ein anderer Kommentator fragt sich: „Was nützt es, als Bürger gefährliche Stellen zu melden, wenn diese Meldung lediglich eine Liste fortschreibt? Das zeigt doch, was der Stadt die Sicherheit der Bürger, besonders der Älteren, wert ist.“

Sprecher aller Fraktionen im Rat äußern Verständnis für die Sorgen der Kieler und geben an, das Problem ernst zu nehmen. Der baupolitische Sprecher der SPD-Fraktion, André Wilkens, betont: „Uns ist das Sicherheitsgefühl wichtig.“ Die Investitionen gehen seiner Meinung nach über die 100000 Euro im Jahresprogramm für Straßenbeleuchtung hinaus: „Mit dem von uns auf den Weg gebrachten Fonds ‚Gemeinsam Kiel gestalten‘ stehen bis 2019 750000 Euro zur Verfügung. Damit wollen wir auch Projekte fördern, die die Sicherheit im öffentlichen Raum erhöhen.“ In diesem Fonds sieht SSW-Fraktionschef Marcel Schmidt eine „Chance, Schmuddelecken durch bessere Beleuchtung aufzuwerten“. Er gibt zu: „Kiel hat ein Problem mit der Infrastruktur. Gerade das Thema Beleuchtung wird intensiv in den Ortsbeiräten diskutiert. Wir würden es sehr begrüßen, wenn mehr Geld zur Verfügung gestellt wird. Aber wir müssen die Haushaltsberatungen abwarten: Die Finanzlage der Stadt ist schwierig, es kneift an mehreren Stellen.“

Sanierungsstau in Höhe von 1,5 Millionen Euro

Arne Langniß von der Grünen-Fraktion ist dagegen mit dem Ist-Zustand zufrieden: „Wir haben ein ausgewogenes Beleuchtungskonzept.“ Die Abwägung von Einzelinteressen empfinde er aber als schwierig. Er befürworte, dass es in Randbereichen Kiels gar keine oder nachts keine Beleuchtung gebe. „Die Leute ziehen ja raus, um Natur zu erleben. Die Natur fühlt sich aber durch Beleuchtung gestört.“ Auch die „Teilnacht“ hält Langniß für richtig. Diese wurde laut Tiefbauamt zum Energiesparen eingeführt: In zahlreiche Straßen wird die Beleuchtung nachts zwischen 23 und 5 Uhr um die Hälfte gedimmt, bei älteren Anlagen jede zweite Leuchte abgestellt.

Christina Musculus-Stahnke, Vorsitzende der FDP-Fraktion, erinnert daran, dass sich in Kiel ein Sanierungsstau in Höhe von 1,5 Millionen Euro angehäuft habe. Sie fordert „eine Katalogisierung der unbeleuchteten Stellen in Kiel, statt wie bisher nur nach Hinweisen eine Prioritätenliste zu führen“. Außerdem müsse es eine Erhöhung des Budgets für Beleuchtung geben. Laut CDU-Fraktionschef Stefan Kruber gelte es zu prüfen, ob dieses Jahresbudget erhöht werden müsse. „Für Licht gegen Angst“ lautet die Überschrift über seiner Stellungsnahme. Für ihn spiele „die Vermeidung von Angsträumen unter anderem durch flächendeckende Ausleuchtung mit Straßenlaternen eine große Rolle“.

Teilweise private Beleuchtungsanlagen

Heinz Wieser von der Linken-Fraktion möchte schwerpunktmäßig Wege für Kinder und Jugendliche besser beleuchten. In Ortsbeiräten habe er schon viele Debatten erlebt: Bei Beschwerden von Bürgern messe das Amt die Beleuchtung vor Ort in Lux. Sei der Standard erfüllt, gelte die Beleuchtung objektiv als ausreichend: „Dabei ist sie das subjektiv oft nicht.“

Ein Stadtsprecher wies daraufhin, dass die Verwaltung im Internet Informationen zur Beleuchtung und ein Störungsformular veröffentlicht www.kiel.de/leben/verkehr/projekte/strassenbeleuchtung. Die Kritik eines KN-Online-Nutzers, der befürchtet, in der Stadt werde Licht verschwendet, unter anderem in den „Hafenanlagen, die nachts ohne Betrieb sind, in öffentlichen Gebäuden, die angeleuchtet werden und durch eingelassene Lichter in der Legienstraße“, weist die Stadtverwaltung zurück: Diese Beleuchtungsanlagen zählten nicht zu der öffentlichen Straßenbeleuchtung und seien teilweise privat. Hier sehen die Stadtvertreter keine Möglichkeit, Mittel zugunsten der Beleuchtung anderer Straßen und Wege einzusparen.

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Ein Artikel von
Karen Schwenke
Lokalredaktion Kiel/SH

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