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Hand in Hand fürs Leben

Edona Dermaku Hand in Hand fürs Leben

Sie ist jung, klug, lebensfroh – und schwer krank. Edona Dermaku wurde in diesem Sommer von einer zur anderen Minute aus ihrem Alltag gerissen. Myeloische Leukämie lautete die verheerende Diagnose. Die Familie ist finanziell am Ende. Ohne Spenden geht es nicht mehr.

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Die Leukämie-Patientin Edona Dermaku (3. v. li.) mit Prof. Heinz-August Horst, ihrem Vater Ragip, Bruder Adriatik, Freund Valon Rushiti und Pit Horst vom Förderverein des UKSH (v. li.).

Quelle: Martin Geist

Kiel. Um der 23-Jährigen eine Überlebenschance zu geben, brachte ihre Familie große Opfer und ist dennoch am Ende ihrer finanziellen Möglichkeiten angelangt.

Das Drama begann im Sommer mit leichtem Fieber und einem etwas geschwollenen Hals. „Halb so wild“, dachte sich die 23-Jährige, ging sicherheitshalber aber doch in eine Klinik. Schnell stand fest, dass Edona an Leukämie leidet. „Wir haben noch andere Ärzte aufgesucht, und alle bestätigten das“, erzählt ihr Vater Ragip Dermaku.

Ebenso klar wie die Diagnose war, dass Edona in ihrer Heimat nicht die geringste Chance haben würde. Wenn man so will, lebt sie schlicht im falschen Teil Europas: Im Kosovo, einem armen Land ohne öffentliche Krankenversicherung und mit einem Gesundheitssystem, das solch schweren Krankheiten nichts entgegenzusetzen hat. „Wir mussten nach Deutschland, um unserem Kind zu helfen“, beschreibt Dermaku die unausweichliche Konsequenz.

Foto: Edona Dermaku vor ihrer Krankheit und in der Intensivstation, wo sie wochenlang um ihr Leben kämpfte.

Edona Dermaku vor ihrer Krankheit und in der Intensivstation, wo sie wochenlang um ihr Leben kämpfte.

Quelle: Martin Geist

Eine lebensrettende Entscheidung war das nach Überzeugung von Prof. Heinz-August Horst vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH). Myeloische Leukämie sei schon für sich „immer lebensbedrohlich“, im Fall von Edona kamen noch ungünstige Chromosomenveränderungen hinzu, die erhebliche zusätzliche Risiken bedeuteten.

Und damit nicht genug. Der erste Behandlungsblock, der noch in einer anderen schleswig-holsteinischen Klinik vorgenommen wurde, führte zu enormen Nebenwirkungen. Die junge Patientin trug von der Chemotherapie eine „schwerste Lungenentzündung“ davon, sagt Horst. Die Intensivstation des Kieler Uniklinikums bedeutete die einzige kleine Hoffnung, und die Ärzte leisteten ganze Arbeit: Nach wochenlangem künstlichen Koma ging es wieder bergauf mit Edona.

Auch ergab eine Knochenmarkpunktion, dass keine Krebszellen mehr nachweisbar waren. „Das ist gut, hat aber nichts mit Heilung zu tun“, ordnet Horst diesen Befund ein. Erst Anfang November können die Mediziner den entscheidenden Schritt der Therapie angehen: eine Stammzellentransplantation. Als Spenderin steht Edonas 20-jährige Schwester Dafona bereit, sodass die Aussichten auf einen erfolgreichen Verlauf gut stehen. Dennoch ist der Kampf noch lange nicht gewonnen. Auf 50, mit etwas Glück 60 Prozent schätzt der Spezialist für Stammzellentransplantation die Wahrscheinlichkeit, dass Edona Dermaku endgültig geheilt werden kann.

Der Behandlungsverlauf wird immer teurer

Im Kosovo ist Ragip Dermaku ein erfolgreicher Geschäftsmann und handelt mit Hygieneartikeln. Insofern war er guter Hoffnung, die Behandlung seiner Tochter aus eigenen Mitteln bezahlen zu können, stieß jedoch vor allem wegen der enorm teuren Folgen der Lungenentzündung an seine Grenzen. Die Familie verkaufte ihr eigenes Haus, mobilisierte Verwandte und andere Unterstützer, die gemeinsam mit dem UKSH-Freunde- und Förderverein Spenden von 64.000 Euro aufbrachten. Damit sind die bisherigen Behandlungskosten von etwa 200.000 Euro abgedeckt, nicht aber die weiteren Schritte.

Allein mit etwa 150.000 Euro schlägt die Stammzellentransplantation zu Buche. Hinzu kommen weitere hohe Ausgaben für Medikamente und Nachbehandlung. Gar nicht reden will Dermaku über die Kosten der Heikendorfer Wohnung, in der sich neben ihm oder seiner Frau Mirvete und immer wieder Geschwister aufhalten, um Edona in der Klinik Beistand leisten zu können.

Ragip Dermaku mag trotz der existenziellen Belastung nicht klagen. Er zeigt vielmehr große Dankbarkeit für die Unterstützung, die seine Familie bisher erhalten hat. Das UKSH stieg in die Behandlung ein, „ohne sich die Kreditkarte zeigen zu lassen“, betont er. Die Ärzte des UKSH hätten viele Anstrengungen unternommen. Ingrid Pfister öffnete als ehrenamtliche Helferin zudem viele Türen und bot immer wieder Seelentrost. Pit Horst vom UKSH-Fundraising half bei den Spendenaktionen und richtete beim UKSH-Freunde- und Förderverein ein Spendenkonto für die Behandlung von Edona ein. Wo so viel Menschlichkeit ist, daran glaubt Ragip Dermaku fest, kann es am Ende nur ein Happy End geben für seine Tochter.

So können Sie Edona Dermaku helfen

Solidarität mit Edona Dermaku zeigt der UKSH-Freunde- und Förderverein. Er hat für die Leukämie-Patientin einen Spendenkonto eingerichtet, über das Sie ganz gezielt helfen können. „Jeder Cent hilft direkt und kommt zu 100 Prozent der medizinischen Behandlung von Edona zu Gute“, versichert Pit Horst im Namen des Vereins. Spendenkonto des UKSH WsG e.V. bei der Förde Sparkasse , IBAN: DE75 2105 0170 1400 1352 22 (BIC: NOLADE21KIE). Wichtig: Im Verwendungszweck muss „FW21010, Behandlung f. Edona Dermaku“ stehen. Die Spenden sind steuerlich absetzbar.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.uksh.de/gutestun, www.facebook.com/Hilfedonadermaku oder http://hilfedona.blogspot.de/2016/09/mein-weg-nach-deutschland.html 

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