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"Ehrenamt ist unbezahlbar"

Messeauftakt "Ehrenamt ist unbezahlbar"

„Geht einer auf den anderen zu und lädt ihn zu sich ein, wird keiner auf der großen Welt mehr ganz alleine sein“, sangen die Kinder des Chors der Grundschule Suchsdorf zur Eröffnung der sechsten Kieler Ehrenamtmesse und beschrieben, worin sie die Bedeutung von Ehrenamt sehen. Heute geht die Messe weiter.

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Auftakt der Kieler Ehrenamtmesse 2016.

Quelle: Michael Kaniecki

Kiel. Nämlich andere zu unterstützen, ohne eine finanzielle Gegenleistung zu erwarten. Auch Bürgermeister Ulf Kämpfer, der als Schirmherr die Messe eröffnete, hob genau das hervor: „Als Bürgermeister bin ich im Jahr auf ziemlich vielen Messen zu Gast. Dort geht es eigentlich immer ums Geschäft.“ Umso mehr freue es ihn, dass auf der Ehrenamtmesse nicht das Geld im Vordergrund stehe. „Aber Ehrenamt ist unbezahlbar. Wenn wir Sie, die Ehrenamtler, nicht hätten würde gar nichts mehr gehen“, betonte der Bürgermeister.

100 gemeinnützige Organisationen, Initiativen, Vereine und Verbände stellen sich auf der Kieler Ehrenamtmesse an diesem Wochenende in den Räumen der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel vor, um für ihre Arbeit zu werben und neue ehrenamtliche Mitstreiter zu gewinnen. „Man hat angesichts der Flüchtlingskrise den Eindruck, als habe es noch nie so viel Ehrenamt gegeben wie heute“, sagt Alexandra Hebestreit, Leiterin des Ehrenamtsbüro NetteKieler. Das freue sie natürlich. „Aber es ist gut, mit dieser Messe auch die Bereiche in den Fokus zu rücken, in denen schon seit Jahren ehrenamtliche Arbeit geleistet wird, ohne viel Aufmerksamkeit zu bekommen.“

Am Sonnabend war der Auftakt zur „Ehrenamtmesse“ an der CAU Kiel mit dem Schwerpunktthema Flüchtlingsarbeit.

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Wie beispielsweise die Grünen Damen und Herren, die sich in Krankenhäusern um Patienten kümmern, kleine Besorgungen erledigen, ihnen Vorlesen oder einfach nur da sind, um zu reden. Oder der Heldenrat, der soziale Initiativen in Fragen der Öffentlichkeitsarbeit, der Finanzierung und auch in der Konzeption ihrer Arbeit unterstützt. Oder die Kieler Toastmasters, die sich als „Club der freien Rede“ verstehen. „Es wenden sich Menschen an uns, die nicht geübt sind, frei zu sprechen. Aus beruflichen oder anderen Gründen nun vielleicht öfter vor einer großen Gruppe reden müssen“, erklärt Eva Maria Allaut das Konzept des Vereins. „Das lernen sie bei uns.“ Dabei werde sowohl auf die Wortwahl, die Gestik und Körpersprache, als auch auf das Konzept geachtet. „Außerdem haben wir eine Ampel, die anzeigt, wenn die Redezeit abgelaufen ist“, sagt Allaut.

Zum ersten Mal ist die Kieler Ehrenamtmesse in den Räumlichkeiten der CAU zu Gast. „Wir wollen gezielt junge Leute ansprechen und sie für eine ehrenamtliche Tätigkeit gewinnen“, sagt Alexandra Hebestreit. Im Ehrenamtsbüro lassen sich vor allem Menschen im Alter von 20 bis 30 Jahren beraten. „Bei Bewerbungen um Stipendien oder eine Stelle wird ehrenamtliches Engagement immer wichtiger“, sagt Hebestreit. Sie hält es daher für wichtig, auch mit der Messe auf diese Gruppe zuzugehen.

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Ein Artikel von
Anne Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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