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1000 Euro lagen auf der Straße

Ehrlicher Finder 1000 Euro lagen auf der Straße

Zum Jahresende erlebte ein 74-Jähriger in Kiel eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Am 29. Dezember stellte er fest, dass ihm 1000 Euro abhanden gekommen waren. „Das war für mich eine große Katastrophe. Ich war erst einmal wie gelähmt." Was er nicht ahnte: Ein 13-Jähriger ließ sein Jahr noch glücklich enden.

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1000 Euro in einem Umschlag: Haushaltsgeld für den nächsten Monat und für einige wichtige Anschaffungen.

Quelle: Ulf Dahl (Smybolbild)

Kiel. Die ganze Geschichte begann am 28. Dezember nachmittags in einer Bankfiliale in Kiel. Der alte Herr hob dort sein Geld bar am Schalter ab. 1000 Euro – Haushaltsgeld für den nächsten Monat und für einige wichtige Anschaffungen. Der Bankangestellte zählte ihm das Geld vor, steckte es in einen Umschlag und überreichte es ihm. „Ich habe es in die Jackentasche gesteckt. Aber irgendwie muss es dort herausgerutscht sein“, berichtet der Kieler. Zuhause fiel ihm das zunächst nicht auf, er hatte viel zu tun. „Das Geld brauchte ich erst am nächsten Tag. Doch da ging mein Griff ins Leere – der Umschlag war einfach nicht mehr da. Ich war fertig mit den Nerven.“

Denn dem Rentner war sofort klar, wie gering seine Chancen waren, das Geld jemals wiederzusehen. „Wenn man sein Portemonnaie verliert, dann sind dort ja meist auch Ausweise oder andere Hinweise auf den Eigentümer. Aber in diesem Fall war es einfach ein Umschlag ohne jeden Hinweis, dass mir das Geld darin gehörte!“ Außerdem war das Geld wahrscheinlich mitten in der belebten Innenstadt verloren gegangen. Und wer würde solch einen herrenlosen Umschlag nicht einfach einstecken?

Der Rentner hat keine Hoffnung

„Zuerst war ich wie gelähmt. Aber dann habe ich doch bei der Falckwache angerufen und der Polizei den Verlust gemeldet.“ Der Polizist nimmt die Sache auf, fragt gezielt nach, was das denn für ein Umschlag war und welche Stückelung das Geld hatte. Der Rentner kann sich zum Glück genau erinnern, gibt alles zu Protokoll. Hoffnung, dass etwas dabei herauskommt, hat er nicht.

Doch nur zehn Minuten später ruft der Polizist von der Falckwache zurück. Ein Umschlag mit 1000 Euro in dieser Stückelung sei abgegeben worden. Ein 13-jähriger Schüler habe den Umschlag am Alten Markt gefunden und zur Polizei gebracht. Dort sei das Geld allerdings nicht mehr. Denn ohne Hinweise auf den Besitzer landen Fundsachen im Fundbüro und das hat zurzeit geschlossen. Doch sobald es im neuen Jahr wieder öffnet, wird der Rentner dort sein Geld abholen. Anschließend geht er, wie er sagte, zu dem ehrlichen Finder: „Ich werde mich bei ihm persönlich bedanken und den Finderlohn überbringen. Und mir soll keiner mehr über die Jugend von heute schimpfen. Ich bin nicht sicher, ob alle Erwachsenen so gehandelt hätten wie dieser Junge.“

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