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Kein Schwimmvergnügen im Sommer

Eiderbad Kein Schwimmvergnügen im Sommer

Schlechte Nachrichten für Freunde des Freiluft-Badevergnügens: Das Eiderbad Hammer steht dafür in diesem Sommer nicht zur Verfügung. Grund sind massive Schäden an der Beckenfolie und der Betonkonstruktion. Jetzt muss aufwendig saniert werden.

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Auf solches Vergnügen müssen nicht nur Kinder zumindest in diesem Sommer wohl verzichten. Denn das große Becken ist so marode, dass es aufwendig saniert werden muss. Nun prüft die Stadt Alternativangebote wie mobile Wasserspiele oder -rutschen.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Ob und wie das Geld für die Sanierung aufgebracht werden kann, ist noch offen. Ebenfalls noch nicht geklärt ist, ob Besucher in diesem Sommer zumindest „Alternativangebote“ wie zum Beispiel „mobile Wasserspiele oder -rutschen“ nutzen können.

 Bereits im September 2015 wurden im Rahmen der jährlichen Kontrollen städtischer Mitarbeiter die Schäden am großen Becken erstmals offenbar. Daraufhin beauftragte die Stadt ein Kieler Ingenieurbüro mit der genaueren Untersuchung des Bauwerks. Ergebnis des Ende Dezember vorgelegten Instandsetzungskonzeptes: Die Folie habe nach 25 Jahren das Ende ihrer Lebensdauer erreicht, sie sei vielfach undicht, der Beton am Beckenkopf völlig zerstört. Probleme der Standsicherheit bestünden derzeit jedoch nicht.

Laut einer am kommenden Donnerstag im Sportausschuss vorliegenden Geschäftlichen Mitteilung der Verwaltung muss nun eine „umfassende Instandsetzung“ angestrebt werden – entweder in Form einer neuen Beckenauskleidung durch eine Folie oder alternativ durch Edelstahl. Zudem müssten bei beiden Varianten der Beckenkopf erneuert sowie die Rohrsysteme individuell angepasst werden. Ohne die Instandsetzung sei die „Betriebs- und Verkehrssicherheit der Beckenanlage nicht mehr gegeben“.

Hohe Kosten erwartet

 Nach ersten Schätzungen würde die Variante einer Folienauskleidung inklusive der Planungen dazu insgesamt 326 000 Euro kosten, die Instandsetzung des Beckens durch Edelstahl rund 524 000 Euro. Bei beiden Sanierungsvarianten handelt es sich laut der Geschäftlichen Mitteilung nach erster Einschätzung der Verwaltung um „investive Maßnahmen“, die nach gegenwärtigem Stand bei der Investitionsplanung 2016 des Haushaltsentwurfs „nicht berücksichtigt werden können“. Trotzdem würden Finanzierungsmöglichkeiten „laufend intensiv geprüft“. Gegebenenfalls erfolge noch eine Nachmeldung zum Haushalt 2016 oder eine Anmeldung zum Nachtragshaushalt 2016. Sollten Mittel doch noch bereitgestellt werden können, sei aber aufgrund der Dauer beim Vergabe- und Ausschreibeverfahren sowie der Sanierungsarbeiten ein Badebetrieb in diesem Jahr nicht möglich.

Mit der Stiftung Drachensee als Bad-Betreiber würden daher Alternativangebote für die Saison 2016 in Form mobiler Wasserspiele oder -rutschen geprüft. Auch bei einer möglichen „maßgeblichen“ Kostenbeteiligung zeige sich die Stiftung kooperativ. Sie habe in Aussicht gestellt, zwei Jahre lang auf den mit der Stadt vertraglich vereinbarten Betriebskostenzuschuss in Höhe von insgesamt rund 90000 Euro zu verzichten.

Zuschuss von 48 000 Euro

Im Gegenzug wünsche sich die Stiftung eine Verlängerung des Betreibervertrages für zehn Jahre bis 2025. Der aktuell gültige Vertrag mit der Stadt läuft noch bis 2019. Schon seit 2005 betreibt die Stiftung Drachensee im Auftrag der Stadt das Eiderbad Hammer und erhält dafür einen jährlichen Zuschuss von 48 000 Euro. Von dieser Summe müssen bis zu 18000 Euro für die Instandhaltung, Modernisierung oder Attraktivierung des Bades investiert werden.

Der Rest des Geldes diene als Zuschuss zur Deckung laufender Betriebs- oder Personalkosten. Außergewöhnliche Kosten wie beispielsweise eine vollständige Sanierung des Schwimmerbeckens könnten von den Mitteln des Betriebskostenzuschusses nicht abgedeckt werden und müssten von der Stadt übernommen werden. Für die CDU-Ratsfraktion ist die Nachricht über den maroden Zustand des Bades eine „Katastrophe“. Die nötigen Beträge für die Sanierung müssten aus Sicht der Christdemokraten nun „dringend“ noch in den Haushalt für 2016 eingestellt werden, da sonst eine Wiedereröffnung zur Saison 2017 nicht mehr möglich erscheine.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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Die CDU macht weiter Druck in Sachen Eiderbad und fordert einen umgehenden Einstieg in die Sanierung. Andernfalls, so fürchtet Ratsherr Michael Frey, könnte auch die Saison 2017 schon gelaufen sein.

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