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Bundesweiter Austausch auf Augenhöhe

Eierstockkrebs Bundesweiter Austausch auf Augenhöhe

Wie viele Frauen anreisen werden, kann Andrea Krull auch kurz vor Beginn des zweiten bundesweiten Treffens für Frauen mit Eierstockkrebs nicht sagen. „Viele wissen erst kurzfristig, ob es ihnen gut genug geht, um zu kommen“, erklärt die Gründerin der Selbsthilfegruppe OvarSH, Kiel.

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Andrea Krull (links), Gründerin der OvarSH-Selbsthilfegruppe, und Birgit Gode, Pressesprecherin des Krebskranken-Chors „Jetzt oder nie“, im Juli beim Lauf ins Leben in Eckernförde.

Quelle: privat

Kiel. Außerdem hat sie die Informationsgespräche und Diskussionsrunden mit Ärzten und anderen Experten so strukturiert, dass der Freitag eher Frauen mit einer Erstdiagnose und der Sonnabend verstärkt Frauen mit Rezidiven anspricht. Wer kurze Strecken zu bewältigen hat, trifft vielleicht eher eine Auswahl aus dem Programm.

 Im September 2015 richtete die Gynäkologin Dr. Heidi Massinger-Biebl, laut Krull „eine sehr engagierte Ärztin in Sachen Eierstockkrebs“, das erste bundesweite Treffen in Waldkirchen bei Passau aus. Auch sie hat zugesagt, nach Kiel zu kommen. „Ziel unseres Treffens“, sagt Andrea Krull, „ist es, uns alle miteinander bundesweit noch besser zu vernetzen, einander persönlich und direkt kennenzulernen und voneinander zu lernen.“ Bei ihr selbst wurde im Juli 2013 ein Ovarialkarzinom diagnostiziert. Es folgten große OP, Chemotherapie und Anschlussheilbehandlung. „Seit Januar 2014 bin ich gesund.“ Noch in der Chemotherapie-Phase gründete sie mit der inzwischen gestorbenen Anne Zeretzke die Selbsthilfegruppe OvarSH. Nur vier weitere gibt es in Deutschland: in Berlin, Düsseldorf, Gelnhausen und München, „weil viele Eierstockkrebs-Patientinnen früh sterben“. Krull gründete außerdem den ersten Krebskranken-Chor „Jetzt oder nie“, der von dem früheren Solisten an der Kieler Oper, Dieter Podszus, geleitet wird und vom 14. bis 17. Oktober beim internationalen Chortreffen in Barcelona dabei sein will.

 Das Kieler Treffen beginnt heute im Hotel Konsul mit einem Abendessen und Austausch in offener Runde. Am Freitag werden die Teilnehmerinnen sprechen mit Katharina Papke, Geschäftsführerin der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft, Diplom-Psychologin Juliane Dürkop, Psychoonkologin am Kieler Universitätsklinikum, und Prof. Dirk Bauerschlag, stellvertretender Direktor der Kieler UKSH-Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe. Auch der Chor „Jetzt oder nie“ wird auftreten, offen für jede, die mitsingen will. Am Sonnabend werden im Karl-Lennert-Krebscentrum Nord, Feldstr. 21, ab 16 Uhr Dr. Klaus Pietzner vom Universitätsklinikum Charité Berlin und Prof. Nicolai Maass, Direktor der Kieler UKSH-Gynäkologie, über Forschungserfolge, Behandlungsmöglichkeiten und Langzeitüberleben bei Eierstockkrebs-Rezidiven sprechen und Fragen beantworten. Seine Teilnahme zugesagt hat auch Dr. André Hohn, Interimschefarzt der Frauenklinik am Städtischen Krankenhaus Kiel.

 „Unser Treffen in Kiel soll genügend Raum für persönliche Bedürfnisse und einen intensiven Austausch in einem schönen Setting bieten, genauso Workshops zum Thema Eierstockkrebs mit Ärzten und anderen Experten in einem entspannten und lockeren Rahmen auf Augenhöhe.“ Das Treffen unterstütze in erster Linie die betroffenen Frauen in sämtlichen Bereichen und Phasen der Krankheitsbewältigung. „Langfristig streben wir den Aufbau eines bundesweiten Netzwerks mit Hilfsstruktur an, das ganz konkret die betroffenen Frauen bei allen nur denkbaren Fragen im Rahmen der Krankheitsbewältigung von Eierstockkrebs unterstützt – inklusive der öffentlichen und der privaten Fürsorge.“

Das vollständige Programm auf www.ovarsh.de. Auch kurzfristiges sowohl angemeldetes (Tel. Andrea Krull 0172/4303542) als auch unangemeldetes Kommen ist möglich.

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Ein Artikel von
Christian Trutschel
Lokalredaktion Kiel/SH

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