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Der Kieler Georg Taubitz wird Priester

Ein Leben für Gott Der Kieler Georg Taubitz wird Priester

Hier oben im Norden ist Georg Taubitz eine Seltenheit. Der 26-jährige Kieler wird am 10. Oktober in Rom zum katholischen Priester geweiht. In Ehelosigkeit zu leben, alle Freizügigkeiten aufzugeben und eventuell alle drei bis sechs Jahre versetzt zu werden, schrecken ihn nicht.

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Der Kieler Georg Taubitz wird am 10. Oktober in Rom zum katholischen Priester geweiht.

Quelle: eis - Thomas Eisenkrätzer

Kiel. In katholischen Hochburgen war Georg Taubitz nie zu Hause. Trotzdem schnupperte er auch in Kiel viel Kirchenluft. „Meine Mutter stammt aus Neumünster und ist katholisch, mein Vater wuchs im Siegerland auf und konvertierte“, erzählt Georg Taubitz. Deshalb gehörten Gottesdienstbesuche in der St. Nikolauskirche und der Liebfrauenkirche, Tisch- und Abendgebete immer schon zu seinem Leben dazu. Er war Ministrant und leitete später Jugendgruppen der Kirche.

Tisch- und Abendgebete gehörten immer schon zu seinem Leben

„Damals wollte ich aber noch Hornist werden“, sagte er schmunzelnd. „Ich hab’ Horn und Klavier gespielt. Meine Eltern sind beide Berufsmusiker. Aber ich merkte ziemlich schnell, dass man wohl einiges mehr an Biss braucht.“ Mit 17, während einer Kirchenfreizeit, wurde eine Messe gehalten, die ihn total begeisterte. „Es war eigentlich eine ganz normale Messe, wie ich sie schon tausend Mal erlebt hatte“, sagt er. „Aber mir ist es damals kalt den Rücken heruntergelaufen, und ich wusste, dass ich genau das machen will.“

Erzbistum Hamburg schickte ihn nach Rom

Kaum hatte er sein Abitur am Ernst-Barlach-Gymnasium in der Tasche, schickte ihn das Erzbistum Hamburg auch schon in die Welt. Zunächst auf die Theologische Hochschule St. Georgen nach Frankfurt am Main, dann ein Jahr nach Polen, wo er sich in einem Jesuiten-Projekt um ehemalige KZ-Häftlinge kümmerte. Dann folgte Rom. Drei Jahre war er dort. Schüttelte sogar mal dem Papst die Hand. 2016 schloss er das Studium mit dem „Baccalaureat“ ab. Am 1. April erhielt er im Hamburger Mariendom die Diakonweihe. Nach einem Diakonat in einer Pfarrei in Neubrandenburg hat er nun ein Aufbaustudium in Rom angehängt. Am 10. Oktober wird er dort zum Priester geweiht. Rund 120 Gäste aus Kiel und seinem Umfeld werden ihm dabei zusehen.

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Ein Artikel von
Kristiane Backheuer
Lokalredaktion Kiel/SH

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