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Erster Schritt in die Berufswelt

Kiel Erster Schritt in die Berufswelt

Zum ersten Mal haben die Wirtschaftsjunioren zu einem bundesweiten Aktionstag unter dem Motto „Ein Tag Azubi“ aufgerufen. Auch Kieler Unternehmen haben teilgenommen und einen Tag lang Jugendlichen die Möglichkeit gegeben, ins Berufsleben reinzuschnuppern.

Kiel. „Ich finde es super, Jugendlichen auf diesem Weg eine Chance zu geben, in den Berufsalltag einzusteigen“, sagt Katharina Kuhnert. Die 35-Jährige ist Geschäftsführerin des Kieler Reinigungsunternehmens Spiegelblank und seit einigen Monaten Mitglied der Wirtschaftsjunioren. Bei der Aktion „Ein Tag Azubi“ hat sie mit ihrem Unternehmen gerne mitgemacht: „Die Jugendlichen und das Unternehmen können sich so gegenseitig mal präsentieren.“

Die Wirtschaftsjunioren wollen mit dem bundesweiten Aktionstag gerade jungen Menschen, die Schwierigkeiten haben, einen Ausbildungsplatz zu finden, ermöglichen, einen Beruf und ein Unternehmen kennenzulernen und ihnen so den Einstieg in den Beruf erleichtern. „Es ist bei einer späteren Bewerbung auf jeden Fall von Vorteil, wenn man schon mal im Unternehmen war und vielleicht sogar einen guten Eindruck hinterlassen hat“, sagt Katharina Kuhnert. Nach dem einen Tag im Ausbildungsbetrieb könnte dem Jugendlichen vielleicht ein Praktikum angeboten werden, das die Chancen auf einen Ausbildungsplatz nochmals vergrößert.

Neun Kieler Unternehmen sind im ersten Jahr beim Aktionstag mit von der Partie. Dabei arbeiten die Kieler Wirtschaftsjunioren eng mit dem Jugendaufbauwerk Kiel zusammen. Hier werden Jugendliche durch berufsvorbereitende Maßnahmen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz unterstützt. „Der Aktionstag ist eine tolle Chance für unsere Jugendlichen“, sagt Nella Scarpiello-Evert. Sie betreut beim Jugendaufbauwerk Jugendliche mit einem Förderschulabschluss, die eine Ausbildung im Bereich Handel oder Lager beginnen möchten. Erstmal sollen sie praktische Erfahrungen sammeln und werden bei den Bewerbungen unterstützt: „Ich hoffe natürlich, dass allen Jugendlichen nach diesem Tag eine Ausbildungsstelle angeboten wird.“

 Fabian findet sich auch im großen Lager zurecht

Seit einem Monat wird Fabian Buscher beim Jugendaufbauwerk zum Fachpraktiker im Lager ausgebildet. Die berufsvorbereitende Maßnahme soll ihm helfen, einen Ausbildungsplatz als Fachlagerist zu finden. Doch das Lager, in dem der 16-Jährige seine ersten Schritte macht, ist keine 30 Quadratmeter groß. Einen Tag im Lager von Hugo Hamann, einem Unternehmen für Bürobedarf, als Azubi zu arbeiten, war deshalb für ihn schon etwas ganz anderes. Das ist nämlich fast hundert Mal so groß: „Aber ich finde es nicht unübersichtlich. Auch hier sind Nummern an den Regalen, und dann kann man alles finden“, hat Fabian Buscher festgestellt. Ein paar Sachen seien zwar neu gewesen, aber die Mitarbeiter hätten ihm alles erklärt. „Das Beste sind die Kollegen hier. Die sind alle sehr nett“, sagt der 16-Jährige. Er würde gerne ein längeres Praktikum im Lager machen und dann hoffentlich nächstes Jahr eine Ausbildung beginnen.

Sarah wird vielleicht Event-Managerin

Praktikum bei Comm Event: Sarah Bertram (2. von links) mit Sophie Fasold (links), Ann-Kristin Felke und Geschäftsführer Sebastian Zuther

Praktikum bei Comm Event: Sarah Bertram (2. von links) mit Sophie Fasold (links), Ann-Kristin Felke und Geschäftsführer Sebastian Zuther

Quelle:

 

 Die Realschule hat Sarah Bertram (2. von links, hier mit Sophie Fasold, Ann-Kristin Felke und Geschäftsführer Sebastian Zuther) im vergangenen Sommer abgeschlossen, danach ein Freiwilliges Soziales Jahr im Kindergarten gemacht. Jetzt sucht sie den passenden Beruf für sich. Beim Kieler Unternehmen CommEvent lernt die 17-Jährige am Aktionstag „Ein Tag Azubi“ den Beruf der Veranstaltungskauffrau kennen. „Ich möchte so einen Einblick erhalten, was man in dem Beruf macht und wie die Ausbildung abläuft“, sagt Sarah. Den ganzen Tag begleitet sie zwei Auszubildende des Unternehmens und schaut ihnen bei der täglichen Arbeit über die Schulter. CommEvent organisiert und veranstaltet Sport-Events. Vor allem Handball spielt eine große Rolle in dem Unternehmen, das regelmäßig Handball-Camps für Schüler organisiert. Sarah Bertram gefällt alles sehr gut: „Ich kann mir bis jetzt sehr gut vorstellen, die Ausbildung hier zu machen.“

Nadine sieht die Aktion als Chance

Praktikum bei Spiegelbank: Nadine Flemming (Mitte) mit Geschäftsführerin Kartharina Kuhnert (links) und Personalchefin Bettina Franke

Praktikum bei Spiegelbank: Nadine Flemming (Mitte) mit Geschäftsführerin Kartharina Kuhnert (links) und Personalchefin Bettina Franke

Quelle:

 Mehr als 50 Bewerbungen hat Nadine Flemming (Mitte) seit dem vergangenen Jahr schon geschrieben. „Es ist wirklich schwierig, eine Ausbildungsstelle zu finden“, sagt die 23-Jährige, hier mit Spiegelblank-Geschäftsführerin Katharina Kuhnert (links) und Personalchefin Bettina Franke. Deswegen hat sie gerne die Chance ergriffen, beim Aktionstag in das Reinigungsunternehmen reinzuschnuppern. Eine Ausbildung zur Kauffrau im Büromanagement würde sie gerne machen: „Ich habe einen kleinen Sohn, der ist aber jetzt im Kindergarten. Deshalb möchte ich nun ins Berufsleben einsteigen.“ Schon oft wurde sie zu Vorstellungsgesprächen und auch mal zum Probearbeiten eingeladen. Aber nie hat es geklappt. „Häufig kamen Fragen nach meinem Sohn und danach, wer ihn denn betreut, wenn er mal krank ist.“ Der Tag und die Arbeit bei Spiegelblank macht ihr großen Spaß: „Das ist toll, wie viele verschiedene Bereiche und Themen ich kennenlerne.“

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Ein Artikel von
Anne-Kathrin Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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