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Einbrecher-Trio neun Monate auf Diebes-Tour

Prozess Einbrecher-Trio neun Monate auf Diebes-Tour

36 Haus- und Wohnungseinbrüche überwiegend im Kieler Umland wirft die Anklage drei Männern aus der Landeshauptstadt vor. Sie müssen sich derzeit in einem Prozess vor dem Landgericht wegen schweren Bandendiebstahls verantworten.

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In wechselnder Besetzung soll das Einbrecher-Trio im vergangenen Jahr Häuser aufgebrochen haben.

Quelle: dpa/Archiv

Kiel. Dort hat ein 33-Jähriger bereits ein Teilgeständnis abgelegt. Zwei 26-Jährige schweigen zu den Vorwürfen. Sie sitzen in U-Haft.

 In wechselnder Besetzung soll das Trio ohne Migrationshintergrund zwischen April und Dezember vergangenen Jahres am helllichten Tag überwiegend abgelegene Einfamilienhäuser in den Kreisen Rendsburg-Eckenförde und Plön aufgebrochen haben. Dort erbeuteten sie Bargeld, Schmuck und elektronische Geräte, richteten zudem meist erheblichen Sachschaden an.

 Den höchsten Einzelschaden beklagt ein Ehepaar aus dem 300-Seelen-Dorf Stoltenberg in der Probstei. In ihrem Haus ließen die Täter um die Mittagszeit eine Münzsammlung und eine Kollektion kostbarer Mont Blanc-Füller im Wert von 55000 Euro mitgehen. Am gestrigen Sitzungstag vernahm die 35. Große Strafkammer die ersten acht Opfer der Einbruchsserie.

 Viele Zeugen berichten von schwerwiegenden seelischen Folgen. „Ganz fürchterlich“, sagt eine 53-jährige Hausbesitzerin aus Schillsdorf (Kreis Plön). „Es ist nichts mehr so, wie es war.“ Ihre Überwachungskamera hatte die Einbrecher am 7. Oktober gegen 13.10 Uhr festgehalten. Sie dokumentiert, wie die Täter mit einem kiloschweren „Hühnergott“ aus dem Garten („Der sollte eigentlich Glück bringen“) das Küchenfenster einschlagen.

 Als die Zeugin zwei Stunden später von der Arbeit nach Hause kam, fehlten zwei iPhones, zwei Tablet-Computer, Laptop, TV-Gerät und Digitalkamera.

 Wie die meisten Geschädigten investierte auch ein Ehepaar in Raisdorf in Sicherheitstechnik, nachdem es sein Haus am Vogelsang im Chaos vorfand. Der Sohn (18), der den Einbruch entdeckte, konnte kaum die Zimmertüren öffnen: Die Täter hatten die Matratzen von den Betten gerissen, Schränke und Regale leergefegt.

 Weitere Tatorte waren Schönkirchen, wo eine Hausbesitzerin drei teure Louis Vuitton-Handtaschen vermisste, Kronshagen, Molfsee, Flintbek, Mielkendorf, Rumohr, Quarnbek, Mühbrook, Brügge und Bordesholm. Aber auch in Preetz und Lütjenburg sollen die Täter im Einzelfall zugeschlagen haben. Für den Prozess hat die Strafkammer zwölf Sitzungstage angesetzt.

 Die Verteidigung will den Prozess platzen lassen. Gestern forderten die drei Rechtsanwälte die Aussetzung der Hauptverhandlung. Begründung: Die Staatsanwaltschaft habe viel zu spät umfangreiches Aktenmaterial nachgereicht, in das man sich nun nicht mehr einarbeiten könne. Darin geht es vor allem um Handy-Verbindungsdaten, die den Angeklagten den Aufenthalt in Tatortnähe nachweisen sollen.

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