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Förde Sparkasse: Höhe der Beute ist unklar

Einbruch Förde Sparkasse: Höhe der Beute ist unklar

Bei dem Einbruch in die Förde Sparkasse am Lorentzendamm in Kiel wurden rund 500 Sparbuch-Schließfächer gewaltsam geöffnet, 200 davon seien laut Sparkasse vermietet, also potenziell auch in Benutzung gewesen. Die Höhe der Beute ist noch unklar.

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Quelle: Frank Peter

Kiel. Spektakulärer Einbruch in die Hauptstelle der Förde Sparkasse in Kiel: In der Nacht zum Montag ist gegen 2.30 Uhr mindestens ein Täter durch ein Seitenfenster in das Kundenzentrum am Lorentzendamm eingedrungen. Laut Sparkasse wurden rund 500 Sparbuch-Schließfächer gewaltsam geöffnet, 200 davon seien vermietet, also potenziell auch in Benutzung gewesen. Die Höhe der Beute ist noch unklar. Auf nächtlichen Bildern einer Überwachungskamera ist laut Polizei ein Mensch zu sehen.

„Wir sind sehr betrübt, dass das passiert ist, und bedauern es für unsere Kunden“, sagte am Dienstagnachmittag der Vorstandsvorsitzende Götz Bormann, der den Einbruch am Mittag bei der Bilanzpressekonferenz nicht erwähnt hatte. Er betonte, in diesen Schließfächern dürften „bestimmungsgemäß“ ausschließlich Sparbücher gelagert werden. Alles andere sei nicht versichert.

Was wurde in den Schließfächern gelagert?

„Zu befürchten ist aber, dass dort Dinge gelegen haben, die da nicht hingehören“, sagte Bormann. Sollte dies der Fall sein, werde der Schaden nicht ersetzt. Tatsächlich wurden nach Informationen der KN auch Schmuck und größere Mengen Bargeld in den Fächern der Sparkasse deponiert.

Bei einem ähnlichen Vorfall 2006 in der Volksbank Lübeck hatte schon der zwischenzeitlich festgestellte Schaden mehrere 10.000 Euro betragen, erklärte die Polizei damals. Die Sparkasse informiert seit Montag die betroffenen Kunden telefonisch und per Brief: „Bitte setzen Sie sich umgehend mit Ihrem Berater in Verbindung.“

Keine Alarmanlage in der Kundenhalle

Durch das Fenster eines im Erdgeschoss liegenden Berater-Büros habe sich der Täter Zugang verschafft, sagte Bormann. Die verstärkte Fensterscheibe sei dabei zerstört worden. In diesem Bereich der Sparkasse habe es ebenso wenig wie in der Kundenhalle eine Alarmanlage gegeben. „Wären Einbrecher durch die Tür gekommen, hätten sie dagegen Alarm ausgelöst“, so Bormann.

Die Sparbuch-Schließfächer sind – anders als die besonders gesicherten Safe-Schließfächer für Wertgegenstände und Schmuck – über die Kundenhalle für jeden erreichbar. Nach dem Einbruch prüfe man nun, ob die Sicherungsmaßnahmen in der Sparkasse ausreichend seien, erklärte Bormann. Er gehe von mehreren Tätern aus, die „sehr kaltblütig“ vorgegangen seien.

Keine Gelegenheitsdiebe

Am Sonntag sei in der Sparkasse bis in den Abend die Berufsmesse abgebaut worden, am Morgen kämen etwa um vier Uhr schon Reinigungskräfte. „Das waren keine Gelegenheitsdiebe, das war geplant.“ Sollten Sparbücher gestohlen worden sein, so können die Täter damit wenig anfangen: Für jede Abhebung müsse man sich jetzt ausweisen, betonte die Sparkasse.

 Von Christian Longardt und Kristian Blasel

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Wer Angst vor Einbrechern hat, lässt sich gerne von Gefühlen leiten. Zum Beispiel von dem Gefühl, dass Wertsachen in einem Geldinstitut besser aufgehoben sind als zu Hause. Weil es dort Alarmanlagen geben sollte und einbruchsichere Fenster.

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