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Einbruchserie beunruhigt die Bewohner

Schilksee Einbruchserie beunruhigt die Bewohner

Wie in Heikendorf und Strande sorgt jetzt auch eine Einbruchserie im Kieler Stadtteil Schilksee für Verunsicherung. Wie viele Häuser bisher betroffen sind, will die Polizei noch nicht sagen. Sicher ist aber: Die Einbrecher gehen gezielt vor und bereiten die Einbrüche gut vor

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Eine Einbruchserie verunsichert die Bewohner in Schilksee. Die Einbrecher stiegen auch durch Fenster ein.

Quelle: Julian Stratenschulte/dpa (Symbolfoto)

Kiel. „Bei uns in Schilksee wurde ein Depot mit Einbruchswerkzeug und Handschuhen entdeckt“, berichtet ein Ehepaar, in dessen Einfamilienhaus am 12. November eingebrochen wurde. Dabei hatte die Frau nur mal schnell den Hund ausgeführt.

Es war halb sechs am Abend, draußen war es schon dunkel. „Normalerweise führe ich unseren Hund zu einer anderen Zeit aus. Deshalb müssen mich die Einbrecher beobachtet haben. Sonst hätten sie nicht gewusst, dass ich das Haus verlassen habe und niemand mehr da war. Ich hatte nämlich bewusst das Licht eingeschaltet gelassen“, sagt die Hausbewohnerin. Als sie ein knappe halbe Stunde später zurückkam, empfing sie ein großes Polizeiaufgebot: Der Nachbar hatte die Polizisten alarmiert. Er hatte merkwürdige Geräusche aus dem Haus des Ehepaares gehört, war in den ersten Stock gegangen, hatte von dort aus zwei Männer in dem Haus gesehen und sofort 110 gewählt.

„Die Einbrecher hatten unser Küchenfenster aufgehebelt, dabei waren Gegenstände aus Glas von der Fensterbank mit einem lauten Knall auf das Ceran-Kochfeld gefallen – das hat unser Nachbar zum Glück gehört“, sagt das Einbruchsopfer. Weil man das Wohnzimmer von der Straße aus einsehen kann, seien die Einbrecher nach oben ins Schlafzimmer gegangen, hätten alles durchwühlt und Schmuck und Wertgegenstände entwendet. „Es geht mir nicht um die Sachen, aber dieses Eindringen in die Privatsphäre, das macht mir zu schaffen. Seit diesem Tag habe ich Probleme zu schlafen. Deshalb möchte ich auch andere warnen.“ Denn nur 50 Meter entfernt sei auch in einem anderen Haus eingebrochen worden. Bei einem dritten Schilkseer wurden die Einbrecher offenbar noch rechtzeitig gestört.

Offen ist, ob es einen Zusammenhang zu jenen Menschen gibt, die in jüngster Zeit dreimal an der Haustür geklingelt hatten, sich als Flüchtlinge vorstellten und um Geld für Essen und Arbeit baten. „Das kam mir komisch vor, weil ich weiß, dass die Asylbewerber zuerst komplett mit Essen versorgt werden und danach Geld für den Lebensunterhalt bekommen.“ Die Schilkseerin geht davon aus, dass es keine Flüchtlinge waren. „Ich glaube, das war Tarnung, um besser ausspionieren zu können, ob hier tagsüber jemand zu Hause ist. Deshalb habe ich das zweite und dritte Mal den Vorfall der Polizei gemeldet.“

Auch wenn das in diesem Fall den Einbruch nicht verhindert hat, hält die Polizei es für wichtig, Auffälligkeiten sofort zu melden. So wurde ein Mann mit Kamera gesehen, der Häuser fotografierte. Konkrete Verdächtige gibt es aber nicht. „Wenn Anwohner etwas Verdächtiges bemerken, sollten sie lieber einmal mehr als einmal zu wenig die Polizei anrufen“, sagt Polizei-Sprecher Matthias Arends. Oft könnten auch kleine Hinweise Erfolg bringen. „Ich rate auch zur Wachsamkeit. Wenn es etwas gibt, was Anlass zur Sorge gibt, sollte sofort die Polizei gerufen werden“, sagt auch Christoph Holst, Vorsitzender des Ortsbeirats.

Wie viele Einbrüche es in den vergangenen Tagen gab, sagt die Polizei nicht. „Dazu machen wir aus taktischen Gründen keine Angaben“, sagt der Polizeisprecher. In dem nördlichen Stadtteil herrscht aber Unruhe. Nach Angaben von Betroffenen gab es Einbrüche in Häuser im Schilkseer Straße, Seesternweg, in der Seestraße und im Fallreep.

Von Heike Stüben und Frank Behling

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Foto: Vorsicht Einbrecher: Die Zahl der Fälle hat drastisch zugenommen. Die Täter gehen nach den Erfahrungen der Polizei gezielt vor. In Schilksee wurde beispielsweise ein Depot mit Werkzeug gefunden.

Ob Heikendorf, Strande oder Schilksee – ganze Serien von gezielten Wohnungseinbrüchen haben in den vergangenen Wochen die Bürger in Kiel und dem Kieler Umland alarmiert. Nach Angaben der Polizei sind sie Teil einer landesweiten Entwicklung.

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