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Doppel-Minarett für Moschee in Gaarden

Einweihung in Kiel Doppel-Minarett für Moschee in Gaarden

Die religiöse Bedeutung des schlichten Zweckgebäudes an der Ecke Karlstal/Kaiserstraße ist jetzt besser zu erkennen. Die Türkische Gemeinschaft Kiel und Umgebung als Trägerverein der Moschee weihte dort ein kleines Doppel-Minarett ein.

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Ein kleines Doppel-Minarett kennzeichnet jetzt die Moschee an der Ecke Karlstal/Kaiserstraße in Gaarden.

Quelle: Martin Geist

Kiel-Gaarden. Immerhin elf Meter messen zwar die beiden Türme, doch optisch erscheinen sie deutlich kleiner. Die Turmspitzen ragen nur um die drei Meter übers Flachdach hinaus, sodass sie nicht das Gebäude und die Umgebung dominieren. Genau einen solch zurückhaltenden Akzent, der gleichwohl den Charakter des Hauses vermittelt, haben die Verantwortlichen der Gemeinde auch angestrebt.

Das Gebäude der Mevlana-Moschee im Karlstal 42 hat eine bewegte Geschichte

Ehrengast bei der Einweihungsfeier vor Beginn des Freitagsgebets und einen Tag vor dem Auftakt des Fastenmonats Ramadan war Sentürk Dogruyol, Vorsitzender des Dachverbands Deutsch-Türkische Föderation. Er betonte, dass sich die türkischstämmigen Deutschen zu diesem Land und zur Stadt Kiel bekennen und hob hervor, dass Moscheen keineswegs Räume der Abgrenzung seien. Es gehe schlicht um die Ausübung der Religion. Zugleich sei jede Moschee ein kulturelles und soziales Zentrum, das Menschen jeglichen Glaubens offen steht. An einer Stelle erhielt Dogruyol starken Beifall: Er versicherte, dass Terror in keinster Weise mit dem Islam zu rechtfertigen sei, sondern als Beleidigung der großen Mehrheit der friedlichen Muslime gewertet werden müsse.

Das Gebäude der Mevlana-Moschee im Karlstal 42 hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Lange Zeit befand sich ein Kino darin, später der legendäre „Starpalast“, in dem Rockgrößen der 60er-Jahre auftraten. Im Mai 1967 gab sich dort sogar Jimi Hendrix die Ehre. Als Moschee wird das Gebäude seit dem Jahr 2000 genutzt, zuvor hatte die Türkische Gemeinschaft ihren Sitz in der Jägerstraße im Zentrum von Gaarden. Das erste Minarett in Gaarden hatte im April 2016 die Ditib-Moschee an der Ecke Elisabethstraße/Werftstraße eingeweiht. Die meisten Bewohner des Stadtteils nahmen das gelassen, kritische Stimmen gab es auch. Ihr Unbehagen äußerten Leser und Vertreter der örtlichen AfD über eine allzu starke Präsenz des Islam und die Teil-Finanzierung der Moschee durch den türkischen Staat. Skeptisch sieht neuerdings auch der Ortsbeirat die Entwicklung in Gaarden. Derzeit gibt es acht Moscheen im Stadtteil, die Tendenz dürfe nicht zuletzt durch den Zuzug von Flüchtlingen steigend sein.

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