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KVG sieht sich auf dem richtigen Weg

Einweisung der Fahrer KVG sieht sich auf dem richtigen Weg

Die Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) sieht sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. Grund dafür sind kritische Anmerkungen des Gewerkschafters Frank Mette.

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Alles in Ordnung bei der KVG in punkto Fahrerausbildung: So sehen es jedenfalls Frank Nitschmann (li.), der für die Ausbildung der Busfahrer zuständig ist, und sein Kollege Axel Willrodt, seit 1984 Fahrer bei der KVG und inzwischen Betriebsratsvorsitzender des Unternehmens.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Frank Mette im Zusammenhang mit wiederholten Irrfahrten eines KVG-Busfahrers Verkehrsunternehmen im Norden vorgeworfen, aus Kostengründen ihre Fahrer nicht ausreichend in Strecken einzuweisen. „Auf unser Unternehmen trifft das aber nicht zu“, betont KVG-Betriebsleiter Thomas Mau.

 Mette bestätigte zwar als Landesfachbereichsleiter Verkehr der Dienstleistungsgesellschaft Verdi auf Nachfrage noch einmal die steigende Zahl der Beschwerden von Busfahrern, die sich von ihren Arbeitgebern nur unzureichend für die vielen verschiedenen Strecken geschult sahen. „Ob sich das nun auch auf die KVG bezieht, kann ich aber nicht sagen.“

 Seine für Kiel zuständige Verdi-Kollegin Sabine Flechtner kann es offenbar genau sagen: „Bei Ausbildung und Streckeneinweisung der Fahrer läuft es bei der KVG so, wie es auch laufen sollte.“ Fühlten sich Mitarbeiter noch nicht ganz sicher auf den Strecken, gewähre das Unternehmen bei der Einweisung in aller Regel einen „Nachschlag“. Probleme gebe es hingegen vorwiegend mit privaten Subunternehmern im Regionalverkehr.

 Zu Problemen kam es allerdings auch in Kiel: Wie berichtet, erlebte eine Altenholzerin gleich drei Irrfahrten mit einem KVG-Linienbus innerhalb kürzester Zeit. Betriebsleiter Thomas Mau hatte die Pannenfahrten mit der Folge langer Verspätungen bestätigt, entschuldigte sich inzwischen dafür auch bei den Fahrgästen unter anderem mit dem Verweis auf ein Fehlverhalten des Mitarbeiters. Dennoch spricht er nach wie vor von „bedauerlichen Einzelfällen“.

29 Fehlfahrten in 2011, 93 in 2015

 Als Beleg dazu führt die KVG statistische Daten des städtischen Eigenbetriebs Beteiligungen an. So kam es 2011 bei rund 585000 Fahrten nur in 29 Fällen zu „Fahrfehlern“ (0,005 Prozent). In den Folgejahren stieg die Falschfahr-Quote allerdings leicht an. 2015 registrierte die KVG 93 Fahrten mit „Fahrfehlern“ (0,015 Prozent von rund 60000 Fahrten). Bis September 2016 waren es 48 von fast 447000 Busfahrten.

 Zum weiteren Nachweis „hervorragender Arbeit“ der KVG nennt der Betriebsleiter die Ergebnisse der im vergangenen Jahr erhobenen Untersuchung der Kundenzufriedenheit mit der Gesamtnote 1,99: „Insofern kann man zu Recht sagen, dass wir unsere Aufgaben zu 100 Prozent erfüllen, und das mit viel Herzblut der Mitarbeiter.“

 Ob und welcher Nachholbedarf möglicherweise trotzdem noch besteht, wird ab dem 1. November bis zum 15. Dezember in einer weiteren Befragung der KVG-Nutzer zu ihrer Kundenzufriedenheit ermittelt. Die Stadt bittet die Fahrgäste um Teilnahme und ehrliche Antworten, um bei kritischen Anmerkungen gegebenenfalls nachsteuern zu können. Die Ergebnisse der Befragung sollen im Frühjahr 2017 vorgestellt werden.

Ratsfraktionen beschäftigen sich mit Irrfahrten

 Das Thema Kundenzufriedenheit dürfte auch eine Rolle spielen, wenn sich im November die Ratsfraktionen vor dem Hintergrund der Berichterstattung über die Irrfahrten nun näher mit der Arbeit der KVG beschäftigen wollen. So wurde der Eigenbetrieb Beteiligungen, der den Busverkehr im Auftrag der Stadt bei der KVG bestellt, mit der Erstellung einer Geschäftlichen Mitteilung für die zuständigen Ausschüsse beauftragt.

 Thomas Mau sieht die KVG für eine solche Begutachtung durch die Politik bestens gerüstet. Auch, was das Thema Qualität der Fahrerausbildung angehe. Nach vier bis sechs Monaten bis zum Bus-Führerschein folge noch eine bis zu sechs Wochen lange theoretische wie praktische Einweisung in die insgesamt 31 KVG-Strecken (plus fünf Nachtbuslinien). Dabei unterstützt würden sie von erfahrenen Kollegen, die sie im praktischen Teil vier Wochen lang auf den Strecken begleiteten.

 „Dabei lernen die Fahrer alle Linien intensiv kennen“, betont Mau. Sollte es dennoch Probleme geben, könnten sie sich jederzeit bei der Leitstelle Hilfe holen. Dass Fahrer gerade in diesen Wochen besonders gefordert sind, bestreitet Mau nicht: „Vor allem dann, wenn es bei den vielen Baustellen in der Stadt kurzfristige Streckenänderungen gibt.“

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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