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Altstadt: Verschläft Kiel sein Potenzial?

Einzelhandel Altstadt: Verschläft Kiel sein Potenzial?

Leerstände, Baustellen, fehlende Parkplätze und hohe Mieten – unser Bericht über die Probleme der Kieler Innenstadt hat unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Die Hauptkritik: Es gebe viel zu viele Ramschgeschäfte, überteuerte Parkgebühren und zu wenig Flair. Optimismus verbreitet dagegen der Förderkreis Altstadt.

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Leerstand in der Kieler Altstadt: Während der Förderkreis erste positive Impulse ab Herbst erwartet, kritisieren Leser das fehlende Flair und die vielen Baustellen.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Der Förderkreis Altstadt erhofft sich erste positive Effekte ab Oktober, wenn die ersten neuen Bewohner in die Projekte Schlossquartier und Alte Feuerwache einziehen.

 Antje Nett stuft die Impulskraft des „Nordlichts“ dank „Architektur und Mietermix“ als „gegen null“ ein. Mit dieser Kritik steht sie nicht allein: Die Aussage der Industrie- und Handelskammer, es gebe positive Signale seitens „Leik“ und „Nordlicht“, kann auch Angela Wewetzer nicht nachvollziehen. Sascha von der Heide lastet auf Facebook den Kaufleuten eine Mitschuld an: Man müsse viel mehr auf die Kreuzfahrt-Touristen zugehen. Volker Schnepel führt ebenfalls an, dass die Gäste von den Schiffen direkt zum Citti-Park gefahren werden: „Kiel verschläft sein Potenzial.“ Das findet Malte Nass nicht: Man solle kein Horrorszenario malen, verweist er auf ausreichenden Parkraum und Neubürger, die als Neukunden „den angenehmen, provinziellen Charme zu schätzen wissen.“

 Geschäftsführer Uwe König vom Förderkreis Altstadt ist trotz der vielen Baustellen überzeugt: „Die Altstadt bleibt nicht auf der Strecke, weil sie deutlich an Attraktivität gewinnen wird.“ Natürlich müsse die Erreichbarkeit der Innenstadt sichergestellt werden. Deshalb haben der Förderkreis und zahlreiche Immobilienbesitzer das jetzt vorgestellte Baustellenmanagement bei der Stadt mit Erfolg angeregt. König hält Kritikern zudem entgegen, dass die Altstadt über 2200 Parkplätze verfüge und Kunden in 55 Altstadtläden Werttickets erhielten, mit denen sie die Gebühr in den Parkhäusern bis auf Null reduzieren könnten.

 Die CDU wirft der rot-grün-blauen Ratsmehrheit und Ulf Kämpfer als Oberbürgermeister und Wirtschaftsdezernent vor, dass die „Innenstadt durch die falschen Baustellen“ wie etwa für den Kleinen Kiel-Kanal beeinträchtigt wird. Statt eines Baustellen-Managers sei eher ein ideenreicher Wirtschaftsmanager gefragt. Skeptisch bleibt auch die Kieler FDP: Es sei fraglich, ob die Geschäfte eine jahrelange Durststrecke im Innenstadt-Baudschungel überstehen könnten und sich danach eine lebendige Geschäftsmischung ohne zu viele Filialen einstelle.

 Die SPD verteidigt dagegen den Kurs der Verwaltung, da ohne Baustelle keine Innenstadtdynamik möglich sei: „Der Kleine Kiel-Kanal hat die großen privaten Investitionen in der Innenstadt mit ausgelöst.“ Von der Verwaltung erwartet sie, die Einschränkungen so gering wie irgend möglich zu halten. Gefragt sei ein konstruktives Miteinander, „nicht Miesmacherei“.mad

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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Kommentar

In der Kieler Innenstadt stehen viele Erfolg versprechende Investitionen an. Auch wenn sich manches bereits verbessert hat, gleicht das Zentrum an etlichen Stellen noch immer einer Betonwüste mit ständig wechselnden Billigläden, Leerständen und Ödnis nach Ladenschluss. Dass sich hier mitten im Herzen der Stadt dringend etwas tun muss, bestreitet daher keiner.

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