25 ° / 17 ° Gewitter

Navigation:
Tschüs, bis zum nächsten Winter

Eisfestival Tschüs, bis zum nächsten Winter

Das war’s für diese Saison: Mit einem erneuten Rekord endete am Sonntag das 17. Kieler Eisfestival auf dem Rathausplatz. Insgesamt 38287 Eisläufer drehten seit dem 13. November ihre Runden auf der 750 Quadratmeter großen Eisbahn.

Voriger Artikel
Die Querelen sind endlich Vergangenheit
Nächster Artikel
Ein Profi-Video als Geschenk

Warten auf die nächste Saison: Projektleiter Alexander Roggensack (34) hat die Schlittschuh gut gebündelt und desinfiziert. Jetzt müssen die Kufen nur noch geschliffen werden. Im November können die Kieler dann damit wieder ihre Runden drehen.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. „Das sind 1000 Läufer mehr als im Vorjahr“, freute sich Johannes Hesse vom Veranstalter Kiel-Marketing. Am Montag startete nun das große Einpacken. 400 Paar Schlittschuh, rund 600 Meter Stromkabel, riesige Lautsprecher, unzählige Lichterketten, Glühweinkanister, Biertischgarnituren und vieles mehr müssen verpackt werden.

Auf dem Rathausplatz herrscht emsiges Gewusel. Noch im Dunkeln war Joycelyn Sandkühler (31) aus Dorsten im Ruhrgebiet mit einem Transporter Richtung Kiel gefahren. Nach 430 Kilometern erreichte die Mitarbeiterin der Firma Interevent, die mobile Eisbahnen in ganz Deutschland vermietet, die Landeshauptstadt. Jetzt steht sie mit dicker Jacke und gefütterten Schuhen im Gastronomiezelt. Die komplette Dekoration muss in Kisten verpackt werden. Nach und nach wandern Fischernetze, Schwimmringe und Glitzerkugeln in ihren Transporter. „Am späten Mittag will ich schon wieder los“, sagt sie.

Nebenan auf der Eisbahn schiebt Michael Metzger (27) sogenannte Taversen, riesige Metallgerüste für Lampen und Lautsprecher, in den wartenden Lkw. „Überwiegend haben wir LED-Lampen, die verbrauchen nicht viel Strom“, sagt er. Insgesamt 100000 Kilowattstunden Strom sorgten diesmal beim Eisfestival für Wärme, Licht, Musik und die Kühlung der rund zehn Zentimeter dicken Eisschicht. „Damit haben wir wieder das Vorjahresniveau erreicht“, ist Sönke Schuster vom Hauptsponsor, den Kieler Stadtwerken, zufrieden. „So zahlt sich die Überdachung nicht nur auf die Attraktivität aufgrund der Schönwettergarantie aus, es spart auch Energie, und das schont wiederum die Umwelt. Und die konstanten Innentemperaturen machen unsere finanzielle Unterstützung für die Veranstaltung planbar.“

Mehr als zufrieden ist Veranstalter Johannes Hesse von Kiel-Marketing. „Noch im Dezember waren die Besucherzahlen nicht allzu gut“, berichtet er. Eine Woche nach Eröffnung hatte das schleswig-holsteinische Bildungsministerium einen Erlass herausgebracht, dass Schulklassen die Bahn nur noch mit Helm betreten dürfen. „Etliche Schulen hatten daraufhin abgesagt“, so Hesse. Doch eine Steigerung bei den Kindergeburtstagen (412 in dieser Saison, 265 im Vorjahr) und von Firmenfeiern oft in Kombination mit Eisstockschießen hätten letztendlich für die erfolgreichen Zahlen gesorgt. Auch der Eisstock-Wettbewerb mit diesmal 126 Mannschaften sei bei den Kielern prima angekommen. Heilfroh ist Hesse über die Überdachung. „Das war das vierte Jahr mit Zelt und einfach toll. Kein Sturm, kein Hagel und kein Nieselregen stören mehr.“

Der nächste Laster fährt auf den Rathausmarkt. Projektleiter Alexander Roggensack (34) gibt Anweisungen. Bei dem Kieler laufen noch bis Freitag alle Fäden zusammen. Seit vier Jahren ist er dabei und hat Routine. Ein Techniker kommt vorbei: Ein Stromkabel ist in einem Schneeberg eingefroren und kann nicht eingerollt werden. „Kein Thema. Das muss eben warten“, sagt er. Spätestens am morgigen Dienstag ist das Problem erledigt. Eine riesige Heizung wird in den nächsten Stunden auf Hochtouren laufen. „Irgendwie müssen wir ja die Eisbahn abbauen“, sagt er grinsend. Der schöne Schlittschuhspaß wird dann in Form von rund 75000 Litern Wasser in die Kanalisation fließen.

Nach und nach wandern 300 Meter blauer Teppichboden in den Bauschuttcontainer. Große Lichtstrahler werden sorgsam verpackt. Die letzten 25-Liter-Glühwein-Kannister kommen in den Getränkewagen. Mit Schwung befördert Alexander Roggensack das letzte paar blaue Schlittschuh in einen der riesigen Plastikcontainer. Alles gut gebündelt und desinfiziert.

„Daheim“ in Dorsten müssen die Kufen dann für die nächste Saison nur noch geschliffen werden. Und die wird auf jeden Fall kommen. Johannes Hesse: „Das Kieler Eisfestival ist ein wirtschaftlich stabiles Projekt. Und wenn wir hier im Norden schon keine Skipiste herzaubern können, dann aber auf jeden Fall eine Eisbahn.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Kristiane Backheuer
Lokalredaktion Kiel/SH

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Events in Kiel

Veranstaltungen in Kiel
Aktuelle Termine, News, Infos.

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3