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Wirrwarr auf der Werftstraße

Ellerbek/Wellingdorf Wirrwarr auf der Werftstraße

Seit Radfahrer in der Werftstraße und in der Schönberger Straße auch die Fahrbahn benutzen dürfen, hagelt es Kritik aus Ellerbek und Wellingdorf an der neuen Regelung. Nun soll nachgebessert werden. „Sicherheit durch Sichtbarkeit“ heißt das Motto.

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Fußweg, Radweg, Parkstreifen und Fahrbahn liegen nebeneinander, wobei Radfahrer hier auf der Werftstraße in Ellerbek neuerdings auch die Straße benutzen dürfen. Viele Anlieger lehnen die Lösung ab. In Zukunft soll die rechte Fahrbahn für Radfahrer markiert werden.

Quelle: Karin Jordt

Ellerbek/Wellingdorf. „Wir wollen die Stadtteile fahrradfreundlicher machen“, betonte Fahrradbeauftragter Uwe Redecker im Ortsbeirat. Daher sei geplant, stadtauswärts auf einer Länge von rund zwei Kilometern einen gelben Fahrradschutzstreifen zu markieren. Autos dürften dann dort auf der Straße nicht mehr parken. Weiter sei von der Werftstraße aus eine Rechtsabbiegerspur in die Franziusallee und eine weitere Spur für Fahrzeuge zum Linksabbiegen auf das Werftgelände geplant. Der Start der Bauarbeiten sei für das Frühjahr 2016 angepeilt. Die Spur für Kraftfahrzeuge werde dann 3,50 Meter breit sein, der Schutzstreifen für Fahrräder 2,20 bis drei Meter. 50 Kilometer pro Stunde bleibe Höchstgeschwindigkeit. Stadteinwärts sei keine Markierung vorgesehen.

In der Werftstraße zwischen Elisabethstraße und Wahlestraße dürfen Pedalritter neuerdings entweder auf dem Radweg oder auch auf der Fahrbahn rollen. In der anschließenden Schönberger Straße ist zwischen Wahlestraße und Wischhofstraße die Radwegebenutzungspflicht ebenfalls aufgehoben. Diese Regelung löste im Stadtteil jedoch Diskussionen aus: Zwischen Engpässen, Bushaltestellen, Grundstückseinfahrten und parkenden Fahrzeugen lauerten Gefahren, viele Autofahrer hätten kein Verständnis für einen schleichenden Drahtesel auf der Straße, man werde angehupt und beschimpft, berichteten Biker. Das Tiefbauamt reagierte inzwischen und ließ für einen Übergangszeitraum Schilder an Laternen am Straßenrand anbringen mit einem Piktogramm und dem Hinweis „Radfahrer dürfen Fahrbahn benutzen“.

Wer lieber auf dem Radweg rollt, kann das aber nach wie vor tun: „Was an Radwegen da ist, bleibt, kann weiter benutzt werden und wird auch in Ordnung gehalten“, versicherte Redecker. Der geplante Schutzstreifen sei ein zusätzliches Angebot und ermögliche schnelleren Radlern zügiges Fahren. Der Anteil der Radfahrer am Straßenverkehr nehme weiter zu, auch viele E-Bikes und Pedelecs seien unterwegs. Da könne es Vorteile haben, die Fahrbahn zu benutzen, weil man besser von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen werde. Autofahrer müssten Rücksicht nehmen und beim Überholen einen Abstand von 1,50 Meter einhalten.

Fahrräder sind Fahrzeuge. Nach einem Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts von Ende 2010 müssen Radfahrer in der Regel die Fahrbahn nutzen, denn sie sind keine Fußgänger auf Rädern. Wo das Radfahren auf der Straße jedoch zu gefährlich ist, zeigen Schilder mit einem weißen Fahrrad auf blauem Hintergrund, dass der Radweg benutzt werden muss. Für den Ortsbeirat Ellerbek/Wellingdorf ist das Thema noch nicht erledigt. Nach einer Ortsbegehung soll über die Details weiter beraten werden.

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