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Ausbildung statt Studium

Elmschenhagen Ausbildung statt Studium

Immer am Monatsende kommt die aktuelle Arbeitsmarkt-Statistik heraus. Hinter den abstrakten Arbeitslosenzahlen stehen menschliche Schicksale. An dieser Stelle stellen wir jeden Monat ein Beispiel vor, das Mut machen kann. Heute: Mustafa Cagri Koyun.

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Hochzufrieden mit seiner Ausbildung als Anlagenmechaniker bei der Firma Wüstefeld ist Mustafa Cagri Koyun (links). Ausbilder Azmi Kapusuz sagt: „Wenn er möchte, bekommt er nach der Lehre bei uns eine feste Stelle.“

Quelle: Jennifer Ruske

Elmschenhagen. Der 25-Jährige hat nach einem Studienabbruch sein Glück in einer dualen Ausbildung zum Anlagenmechaniker Sanitär, Heizung- und Klimatechnik gefunden. Für den gebürtigen Kieler war immer klar: Er würde studieren. Als erster in seiner Familie und als Vorbild für die jüngeren Geschwister. Doch das Maschinenbau-Studium stellte sich für Mustafa Cagri Koyun alsbald als falsche Entscheidung heraus. „Es war für mich zu wenig praxisnah“, sagt der Elmschenhagener, der anfangs keinen Gedanken an einen Studienabbruch verschwenden wollte. „Ich habe mich selbst unter Druck gesetzt, ich wollte auch meine Familie nicht enttäuschen.“ Ein Aushang des Berufsinformationszentrums (BIZ) der Agentur für Arbeit an der Fachhochschule brachte im dritten Semester die Wende.

 Über das BIZ bekam Koyun einen Beratungstermin bei Ulrike Zängel. „Ich bin für die Hochschul-Beratung zuständig, das heißt, ich kümmere mich um alle Menschen, die studiert haben – auch wenn es nur wenige Semester sind“, erläutert sie. Zängel war es, die Koyun über berufliche Alternativen zum Studium informierte – etwa über die duale Ausbildung (Arbeiten im Betrieb plus Ausbildung an der Berufsschule) und die Aufstiegschancen in Industrie und Handwerk.

 „Meine berufliche Karriere ist mir wichtig. Dass das Handwerk so gute Möglichkeiten bietet, wusste ich vorher nicht“, sagt der technisch-begeisterte Mann, der sich nach der Beratung einen Praktikumsplatz bei der Firma Wüstefelde suchte. „Das war genau das Richtige.“ Nach siebenwöchigem Praktikum unterschrieb er im Sommer 2013 den Ausbildungsvertrag bei dem alteingesessenen Elmschenhagener Unternehmen. Dort lernt er von der Pike auf den Einbau und die Reparatur von Öl-, Gas- und Fernwärmeanlagen und alles, was mit Heizung, Sanitär und erneuerbaren Energien zu tun hat.

 „Den Schritt von der FH ins Handwerk habe ich nicht bereut“, sagt Koyun, der inzwischen im dritten Lehrjahr ist und dank guter Noten überlegt, die 3,5-jährige Ausbildung um ein halbes Jahr zu verkürzen. Hochzufrieden mit seinem Azubi ist auch Ausbilder und Kundendienstleiter Azmi Kapusuz: „Mustafa arbeitet so gut und selbstständig, dass wir ihn alleine im Kundendienst einsetzen können.“

 Einen festen Job im Anschluss hat der 25-Jährige bei Wüstefeld sicher wenn er das möchte, sagt Kapusuz. Eine Möglichkeit, seinen Meister zu machen, würde es ebenfalls geben. „Das ist mein langfristiges Ziel“, sagt Koyun. Als Meister angestellt zu sein oder selbst einen Betrieb zu eröffnen, sind seine Wünsche.

 „Seine Chancen dafür sind gut, für viele Betriebe werden in den kommenden Jahren Nachfolger gesucht“, erzählt Beraterin Ulrike Zängel. Das ist etwas, was Mustafa Cagri Koyun gern hört. „Ich kann jedem, der sich über einen Studienabbruch Gedanken macht, nur den Weg ins BIZ empfehlen. Den Kopf in den Sand zu stecken und hoffen, dass es irgendwie weitergeht, ist schließlich keine wirkliche Alternative.“

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