25 ° / 16 ° Regenschauer

Navigation:
Vom Bauerndorf zum Kieler Stadtteil

Elmschenhagen/Kroog Vom Bauerndorf zum Kieler Stadtteil

Von Baugebieten bis Straßennamen – die Chronik des Kommunalvereins Kiel-Elmschenhagen über die Geschichte des Stadtteils und des Vereins war innerhalb von kurzer Zeit vergriffen. Nun ist die dritte, aktualisierte Auflage des Buches erschienen.

Voriger Artikel
Kiel verlängert Sicherstellung des Ex-C&A-Gebäudes
Nächster Artikel
Jodel-Fieber auf dem Campus Kiel

Die Autoren vom Vorstand des Kommunalvereins – Klaus Gotsch, Margot Schwarz, Bernd Staubermann und Rüdiger Kirkskothen (von links) – haben viel Arbeit investiert. Nun gibt es eine aktualisierte Auflage des 200 Seiten starken Buches. Auch über das ehemalige Elmschenhagener Rathaus – im Hintergrund – wird darin berichtet.

Quelle: Karin Jordt

Elmschenhagen. Auf 200 Seiten haben Vorstandsmitglieder des Vereins viele Fakten von der Entstehung des Bauerndorfes bis zum Alltag von heute zusammengetragen und durch zahlreiche Fotos, Dokumente und Erlebnisberichte von Zeitzeugen ergänzt. 1904 wurde das Bauerndorf Amtsbezirk des Kreises Plön. Am Schlehenkamp 1 war der Verwaltungssitz bis 1922. Dann wurde ein neues Elmschenhagener Rathaus in der Kastanienallee (heute Jettkorn) errichtet. Auch nach der Eingemeindung 1939 blieb im Jettkorn zunächst eine Verwaltungsstelle der Stadt mit Standesamt. 1972 zog eine Kindertageseinrichtung in das denkmalgeschützte Gebäude.

"Fast täglich heulten die Sirenen"

Die Bevölkerung wuchs stark, als die Gartenstadt Elmschenhagen-Nord ab 1939 gebaut wurde. In Autogaragen eröffneten die Geschäftsleute provisorische Läden, bevor sie in die Zeilen am Andreas-Hofer-Platz einziehen konnten. Bernd Staubermann, der dort viele Jahre lang ein Bekleidungsgeschäft hatte, erinnert sich noch mit Schrecken an die Bombenangriffe, die er als Kind miterlebte: „Fast täglich heulten die Sirenen.“ Der Koffer habe neben der Haustür gestanden, „damit wir nur schnell den Bunker erreichen konnten“. Und Alarm gab es oft: „Wenn die Sirene ertönte, fielen die ersten Bomben.“ Eingeschult wurde Staubermann 1945 in einer Schulbaracke an der Allgäuer Straße. Auf einer alten Schiefertafel, die sein Großvater im Keller fand, lernte er schreiben.

Domkrug wurde 2011 abgerissen

Im ehemaligen „Domkrug“ an der Elmschenhagener Allee (früher: Bahnhofstraße) blühte nach dem Krieg der Tauschhandel. Dort gab es aber auch Varieté, Theater- und Filmvorführungen, wie Margot Schwarz berichtet. Der Name des Kinos wechselte von „Gewerkschaftshaus-Lichtspiele“ (1933), „Elmschenhagener Hof“ (1933 bis 1935), „Tonfilmtheater Domkrug“ (1936 bis 1954) und schließlich zu „Roxy“ (1955 bis 1967). Weitere Kinos im Stadtteil lockten mit aufregenden Filmen: In der Dorfstraße 2 (heute Hotel-Restaurant Reimers) eröffnete 1951 das „Union-Theater“, das ab 1953 „Elmschenhagener Lichtspiele“, kurz „E-Li“, genannt wurde. Dort liefen 1956 zum Beispiel „Gegen Terror und Banditen – ein Farbfilm für Zuschauer ohne Nerven“ und „Kasper gibt Vollgas“. In der Wiener Allee (später Supermarkt) eröffnete Kaufmann Heinz Krieger das Kino „Nordlicht“. „Es hatte circa 600 Sitzplätze und war das modernste Kino seinerzeit in Kiel“, erinnert sich Schwarz. „Hier gab es auch Gastspiele der Niederdeutschen Bühne Kiel.“ Das Ende der Kino-Ära kam in den 60er-Jahren: 1961 schloss „E-Li“, 1962 das „Nordlicht“ und 1967 das „Roxy“. Das Gebäude des ehemaligen „Domkrugs“ wurde 2011 nach über 100 Jahren abgerissen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Kieler Förde

Schiffspositionen in
der Kieler Förde, dem
NOK und der Ostsee.

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3