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Weite Wege zum nächsten Kaufmann

Elmschenhagen/Kroog Weite Wege zum nächsten Kaufmann

Einkaufen sollte zu Fuß möglich sein. Das wünschen sich viele Kieler. Wie es weitergeht bei der Nahversorgung für Elmschenhagen und Kroog ist Thema einer Stadtteilversammlung am Sonnabend, 5. September, zwischen 14 und 17 Uhr in der Aula des Gymnasiums Elmschenhagen, Allgäuer Straße 30.

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Jeden Freitag kommt Sandra Engelhardt mit dem Fahrzeug der Passader Backstube nach Kroog, wo es kein Lebensmittelgeschäft mehr gibt. Stammkundinnen Christa Hammen (rechts) und Hanne Aden schätzen die Einkaufsmöglichkeit.

Quelle: Karin Jordt

Elmschenhagen/Kroog. Leere Geschäfte am Andreas-Hofer-Platz, Baupläne für Läden am Bebelplatz und fehlende Einkaufsmöglichkeiten in Kroog sorgen schon lange für Gesprächsstoff im Stadtteil. Daher wird auf der Stadtteilversammlung der aktuelle Stand zur Nahversorgung vorgestellt. Außerdem wollen Bürgermeister Peter Todeskino und Wohnungsdezernent Gerwin Stöcken die Ergebnisse einer telefonischen Befragung durch den Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung erläutern.

 Die Telefoninterviews hätten gezeigt, dass sich viele Elmschenhagener um eine funktionierende Nahversorgung im Stadtteil sorgten, teilte das Presseamt vorab mit. Demnach seien vor allem gute Einkaufsmöglichkeiten an den Plätzen nördlich und südlich der Bundesstraße 76 gewünscht. Weitere Themen, die in den Interviews zur Sprache kamen, sind die Aufenthaltsqualität im Fritz-Lauritzen-Park und rund um den Bebelplatz, fehlende Möglichkeiten für öffentliche Treffen im Stadtteil sowie die Verkehrs- und Parksituation.

 In Kroog gibt es schon lange keine Lebensmittelgeschäfte mehr, was besonders älteren Menschen zu schaffen macht. Dank der Aktivität des Arbeitskreises „Leben und Wohnen in Kroog“ konnte erreicht werden, dass immer freitags ein Fahrzeug des Passader Backhauses mit Produkten vom Bioland-Hof Göttsch durch die Straßen fährt. Was zunächst eine Notlösung war, ist seit 2009 zur festen Einrichtung geworden: Hausbesuch der Bäckerei. Sandra Engelhardt, dienstälteste Tourverkäuferin, kennt die Kundschaft inzwischen: „Über die Jahre haben sich einige fast familiäre Beziehungen zu den Kunden ergeben“, erzählt sie. Die Leute können im Passader Backhaus unter Tel. 04344/4652 ihre Bestellung aufgeben. Bei Stammkunden werden die Waren auch an die Tür gehängt, wenn niemand zu Hause ist.

 An Bord der grünen Verkaufsfahrzeuge sind nicht nur frische Backwaren, sondern auch weitere Bio-Produkte aus dem Passader Hofladen, etwa Milch, Eier, Käse, Brotaufstrich, Getreide, Honig, Wurst und Fleischwaren. Freitags gegen 12 Uhr rollt der kleine Laden durch den Rönner Weg. „Wir richten es immer so ein, dass dann bei uns jemand zu Hause ist“, sagt Stammkundin Christa Hammen. Sie möchte nicht nur Brot und Brötchen kaufen, „sondern auch hören, wie es geht“.

 Ihre Nachbarin Hanne Aden steht auch schon mit einer großen Einkaufstasche bereit, denn sie schätzt die gute Qualität der Vollkornprodukte. Die übrigen Einkäufe erledigt Hanne Aden meistens in Elmschenhagen mit dem Auto. „Es ist schade, dass wir hier kein Geschäft mehr haben“, findet sie und schlägt vor, dass große Anbieter eine Filiale im Ortsteil einrichten könnten. Roelf Janssen zog 1973 nach Kroog, „weil es da einen Lebensmittelladen in der Straße gab“. Das Geschäft ist aber nun seit vielen Jahren geschlossen. Alle Versuche, wieder einen Lebensmittelhandel zu etablieren, scheiterten.

 Auch am Andreas-Hofer-Platz war das Angebot der Einzelhändler früher größer. Nachdem der Edeka-Markt in Elmschenhagen-Nord geschlossen wurde, fordert der Vorstand des Kommunalvereins nun, dass einer „Verödung“ des Gebietes entgegen gesteuert werden müsse. Er schlägt vor, ein Konzept zur langfristigen Sicherung der Nahversorgungszentren in den einzelnen Quartieren des Stadtteils zu entwickeln und den Bebelplatz attraktiv umzugestalten. Den Bau eines gemeinsamen, großen Nahversorgungszentrums von Aldi und Coop am Fritz-Lauritzen-Park lehnt der Vorstand ab.

 Bei der Stadtteilversammlung können alle Anliegen vorgebracht werden. Im Rathaus wird anschließend geprüft, was sich umsetzen lässt. Die Ergebnisse sollen im Frühjahr 2016 in einer weiteren Stadtteilversammlung besprochen werden. Fragen zur Veranstaltung in Elmschenhagen und zum weiteren Vorgehen beantworten Christine Scheffler, Telefon 0431/901-2336, und Barbara Linden-Petersen, Telefon 901-3038, aus der Arbeitsgruppe Bürgerbeteiligung des städtischen Pressereferats. Der Zugang zum Veranstaltungsort ist barrierefrei.

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