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Blankes Entsetzen und massive Kritik in Gaarden

Kindesmissbrauch Gaarden Blankes Entsetzen und massive Kritik in Gaarden

Für Eltern, Kinder und Beschäftigte des betroffenen Kinderhauses ist die Lage mehr als schwierig. Mütter und Väter üben Kritik, dass sie von der Hausleitung nicht sofort nach dem Missbrauch informiert wurden, die Arbeiterwohlfahrt hält dagegen, dass dem mutmaßlichen Täter auf der Stelle Hausverbot erteilt worden sei.

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Sozialarbeiter Savas Sari fürchtet, dass Ausländer zunehmend unter Generalverdacht gestellt werden.

Quelle: Martin Geist

Kiel. Außerdem sei der Verdächtige wieder freigelassen worden, so dass anzunehmen gewesen sei, dass die Justiz ihn gar nicht für den Täter halte.

Blankes Entsetzen prägt unterdessen die Gemütslage der Menschen im Stadtteil Gaarden. „Ich bin völlig schockiert“, bekennt Savas Sari, der als Sozialarbeiter Migranten berät. Auch er äußert Unverständnis über die Freilassung des Verdächtigen nach dem ersten Fall und meint: „Die Polizei hätte zumindest ein Auge auf ihn haben müssen.“ Sorgen macht sich Sari zudem in allgemeiner Hinsicht. „Die Stimmung ist gekippt“, glaubt er und sieht Ausländer zunehmend unter Generalverdacht gestellt. Genau das fürchten auch die Klienten, die er berät: „Sie haben Angst, dass man sie über einen Kamm schert, obwohl sich die ganz große Mehrheit von ihnen absolut nichts zuschulden kommen lässt.“

Verunsicherung nimmt Gaardens Ortsbeiratsvorsitzender Bruno Levtzow (SPD) derzeit vor allem bei den Müttern und Vätern im Stadtteil wahr. „Es fällt auf, dass viel mehr Eltern ihre Kinder zur Schule bringen als sonst“, berichtet er. Über die Missbrauchsvorfälle an sich ist Levtzow genauso entsetzt wie alle anderen. „So etwas darf nicht passieren“, sagt er und fügt traurig hinzu: „Aber es passiert eben immer wieder.“ Der allgemeinen Kritik an den Ermittlungsbehörden mag sich der Ur-Gaardener aber nicht wirklich anschließen. Die Polizei habe „wenig geheimgehalten“ und relativ frühzeitig informiert, meint er.

Unterdessen wurde bekannt, dass in Gaarden ein verurteilter Sexualstraftäter untergekommen ist. Zwar hat der Mann seine Strafe abgesessen, doch in den umliegenden Schulen und Kindereinrichtungen gibt es trotzdem Unbehagen darüber, dass offizielle Stellen nicht auf diese potenzielle Gefährdung hingewiesen haben.

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