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Ende einer Ära auf dem Seefischmarkt

Geomar-Neubau Ende einer Ära auf dem Seefischmarkt

Auf dem Seefischmarkt rollen die Baumaschinen. Während auf dem einen Ende ein Haus entsteht, werden an der Wasserkante alte Gebäude abgerissen. Damit wird Platz geschaffen für die 90 Millionen Euro teure Erweiterung des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel.

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Die Gebäude fünf und sechs auf dem Seefischmarkt werden für den Geomar-Neubau abgerissen. Ab 1953 befanden sich hier unter anderem Werkstätten, ein Eislager für Fisch, Kühlräume und eine Reederei.

Quelle: Karin Jordt

Kiel. Auf dem ehemaligen Parkplatz des Forschungszentrums ist das neue Zentrale Probenlager (ZPL) inzwischen fast fertig. Die Sedimentproben sind schon in die neue Kühlhalle umgezogen, sodass das alte Lagerhaus nun dem Erdboden gleich gemacht werden kann. Insgesamt sollen im Neubau Sedimentkerne mit einer Gesamtlänge von etwa 13 Kilometern aufbewahrt werden. Die Proben haben Meeresforscher über viele Jahre in allen Ozeanen und verschiedenen Forschungsgebieten rund um den Globus zusammengetragen. „Wenn alle Innenarbeiten abgeschlossen sind, werden die Kerne nur noch einmal umsortiert, um sie leichter zugänglich zu machen“, berichtet Geomar-Pressereferent Jan Steffen. Das benachbarte neue Parkhaus wachse ebenfalls: „Wenn die geplante Höhe erreicht ist, kann die Verkleidung der gemeinsamen Fassade von Kernlager und Parkhaus beginnen“, so Steffen. Beide Gebäude an der Straße Am Seefischmarkt könnten voraussichtlich Ende des Jahres oder Anfang 2017 in Betrieb gehen.

 An der Kaikante werden unterdessen Haus fünf und sechs des Seefischmarktes abgerissen. Im Gebäude fünf befand sich in der Nachkriegszeit ein Eiswerk. Das Stangeneis konnte gemahlen und dann über ein Rohr auf Lastautos oder Schiffe geschüttet werden, um Fisch zu kühlen. Gebäude sechs war zeitweise Sitz einer Reederei und von Handwerksbetrieben. Voraussichtlich Ende Oktober, so schätzt Steffen, werde das gesamte Grundstück frei sein und die Arbeiten für die Baugrube könnten beginnen. „Damit sind wir genau im Zeitplan.“ Die Kampfmittelerkundung laufe parallel immer mit. Bis Ende 2019 soll dann eines der größten wissenschaftlichen Bauvorhaben in Deutschland abgeschlossen sein, das nach Aussage von Geomar-Direktor Prof. Peter Herzig „ein moderner Meeresforschungs-Campus von internationaler Bedeutung am Kieler Ostufer“ sein wird.

 Für das Leuchtturmprojekt wird am Kai des Seefischmarktes nach Plänen der Berliner Staab Architekten GmbH ein repräsentatives Zentrum neben dem bestehenden Geomar-Gebäude gebaut: 27 Meter hoch, 128 Meter lang und 63 Meter breit soll es werden. Es hat Platz für etwa 400 Mitarbeiter sowie eine öffentlich zugängliche Bibliothek, Laborbereiche, das Rechenzentrum, Büros und Konferenzräume. An dem Gesamtvolumen von etwa 90 Millionen Euro – finanziert zu 90 Prozent vom Bund und zu zehn Prozent vom Land – wird sich nichts ändern. Wenn das Haus fertig ist, können Beschäftigte des Forschungszentrums aus den verschiedenen anderen Kieler Liegenschaften auf das Ostufer ziehen.

Das Aquarium wird voraussichtlich auf dem Westufer bleiben. Auch an der Brückenstraße wird auf dem Gelände des Seefischmarktes gewerkelt: Dass die nagelneue Salzhalle verhüllt wurde, ist kein Kunstprojekt, sondern ein Zeichen dafür, dass die Außenwände saniert werden müssen: „Wir haben ein Problem mit Feuchtigkeit in der Fassade, dazu läuft ein Rechtsstreit“, verrät Rainer Morawetz, Geschäftsführer der ZTS Grundstücksverwaltung GmbH (Zentrum für maritime Technologie und Seefischmarkt). In der benachbarten alten Markthalle gibt es ebenfalls Veränderungen: Für Brandschutz, Barrierefreiheit, neue Technik und Rettungswege vom Keller bis zum Dach würden insgesamt knapp fünf Millionen Euro investiert, berichtet Morawetz. Unter anderem wurden in der 60 mal 140 Meter großen Halle Aufzüge und zwei Fußgängerbrücken eingebaut, sodass beide Seiten der ersten Etage innen barrierefrei zu erreichen sind. Die alte Rampe wurde abgerissen, dafür sollen auf der Südseite der Halle demnächst noch Tore als Rettungswege zum Parkplatz eingesetzt werden.

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