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Kilowatt statt Kartoffeln

Energie-Schrebergarten Kilowatt statt Kartoffeln

Schrebergärten waren eine prima Erfindung in Zeiten, als es noch nicht überall einen Aldi gab. Hüben das Häuschen fürs Wohnen, drüben der Garten mit Obst, Kartoffeln und Gemüse für den gedeckten Tisch. Genau nach diesem Prinzip funktioniert auch die Idee vom Energie-Schrebergarten.

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Kieler Gelehrtenschüler interessieren sich nicht nur für Altgriechisch und Latein, sondern auch für die Energiewende. Bei Experten im Büro IPP ESN machten sie sich kundig.

Quelle: mag: Martin Geist

Kiel. Die Ingenieure des Kieler Planungsbüros IPP ESN Power Engineering GmbH, einem Verbundunternehmen der Energiesysteme Nord und der Ingenieurgesellschaft Possel und Partner, beschäftigen sich derzeit vertieft mit einer derartigen Neuinterpretation des Laubenpieperwesens. „Grüne Wiese – grüner Strom“ lautet das Motto nach den Worten von Prokurist Michael Knitter. Wird beispielsweise ein Neubaugebiet geplant, könnten die Grundstücke so angelegt werden, dass zur einen Seite die Häuser stehen und zur anderen Seite freie Flächen zur Energieerzeugung. Ganz im Schreberschen Sinn selbstverständlich vorwiegend zum Eigenbedarf.

 „Ob Photovoltaik, kleine Windkraftanlagen oder etwas anderes ist eigentlich egal“, sagt Knitter. Entscheidend sei die Idee der Energieerzeugung auf eigenem Grund oder zumindest in unmittelbarer Nähe zum Haus. Die Vorteile liegen für den Ingenieur auf der Hand: Weniger Verschattung, größere Flächen und keine einengenden Vorgaben durch die jeweilige Dachform. Die Energie könnte dabei für die Warmwasseraufbereitung genutzt werden und damit zugleich einen Teil zur Lösung des schwierigen Problems der Speicherung von Öko-Strom beitragen, fügt Knitter hinzu.

 Interessant wären Energie-Schrebergärten aus Sicht der Experten von IPP ESN besonders in ländlichen Regionen, wo die Bauplätze größer und die Grundstückspreise günstiger sind. „Aber warum nicht auch in der Stadt?“, fragt sich Knitter. So sei es durchaus möglich, in Neubaugebieten gesonderte Flächen für derartige „Energie-Farmen“ auszuweisen und diese Fläche günstiger als normales Bauland zu verkaufen.

 Der Energie-Schrebergarten war wohl die spektakulärste Innovation, von der Michael Knitter erzählte, als in seiner Firma eine Klasse des elften Jahrgangs der Kieler Gelehrtenschule innerhalb des vom Verein Deutsche Gesellschaft organisierten Projekts „Energieeffizienz vor Ort – Dem Klimawandel begegnen“ praktische Eindrücke vom Umgang mit der Energiewende sammelte. Dabei erwies sich der Ingenieur auch grundsätzlich als gar nicht so spröde, wie es seinem Berufsstand nachgesagt wird. Vielmehr forderte er die Gymnasiasten des Profils WiPo auf, in Zukunftsfragen „einfach mal rumzuspinnen“. Seine Erfahrung: „Irgendwas kommt immer dabei heraus.“

 Die Sache mit den neuen Schrebergärten wird in dem Kieler Planungsbüro einstweilen noch durchgerechnet. Und Knitter ist optimistisch, dass das Ergebnis so ausfällt, dass in Schleswig-Holstein bald der eine oder andere Energie-Schrebergarten kilowattreiche Früchte trägt.

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