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Blindgänger ist entschärft

Bombenfund in Hasselfelde Blindgänger ist entschärft

Die Fliegerbombe auf dem Erweiterungsgelände in Kiel-Hasselfelde wurde am Donnerstag um 15.34 Uhr erfolgreich entschärft. Bei Sondierungsarbeiten hatte eine Spezialfirma den Blindgänger am Dienstag auf dem Ostufer gefunden.

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Erneut wurde ein Blindgänger in Kiel-Hasselfelde gefunden.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Für Feuerwerker Gerald Graf ist die Sache klar: „Wenn die Bomben hier Pflanzen wären und wachsen würden, könnte man sie mit dem Mähdrescher ernten, so viele liegen hier.“ Auf dem wenige Hektar großen Gelände in Hasselfelde an der Kieler Förde hat der Spezialist der Kampfmittelbeseitigungsfirma in den vergangenen zwölf Monaten tonnenweise Munition gefunden. Während Artilleriegranaten von seinen Leuten selbst geborgen werden, muss er bei Fliegerbomben den Kampfmittelräumdienst des Landes anfordern. Diesmal steckte der Blindgänger in einem morastigen Gelände. „Die Bombe war trotz des Alters immer noch in einem exzellenten Zustand“, sagt Oliver Kinast vom Kampfmittelräumdienst des Landeskriminalamtes. Am Donnerstag war es die Bombe mit der Nummer sieben, die Kinast und seine Männer nach Hasselfelde zog. Eine achte Bombe musste im März im benachbarten Ostuferhafen entschärft werden.

Bei Sondierungsarbeiten war Graf der britischen Fliegerbombe auf die Spur gekommen. 250 Menschen mussten deshalb bis 14 Uhr ihre Wohnungen und Arbeitsplätze verlassen. Auch das Fahrwasser der Förde wurde von der Wasserschutzpolizei gesperrt. Nach der Passage der Color-Fähre stieg kurz nach 15 Uhr der rote Signalstern über Hasselfelde auf. Die Männer gingen ans Werk. Der Zünder aus dem Heck und der Detonator, der die 250 Kilogramm schwere Bombe sprengen soll, machten diesmal aber keine Zicken. „Die ließen sich gut herausdrehen“, so Kinast. 30 Minuten brauchte das Team für die Entschärfung. Kurz nach 15.30 Uhr war ein Knall zu hören. „Das war der Detonator, der musste vor Ort gesprengt werden“, erklärt Kinast.

Auf dem Zünder war die Zahl „No. 30 VI/44“ eingraviert. „Die Bombe wurde im Juni 1944 gebaut“, sagt Kinast. Die 70 Jahre haben ihr nichts ausgemacht. Den Abtransport leitete dann Baggerfahrer Nils Ristau mit seinem gepanzerten Spezialbagger ein. Er hob den Blindgänger auf den Transporter der Kampfmittelräumer.

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