25 ° / 17 ° Gewitter

Navigation:
Blohm+Voss verlässt Kiel

Entwicklung Blohm+Voss verlässt Kiel

Die Hamburger Werft Blohm+Voss wird ihr Büro in Kiel schließen. Das bestätigte ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage. Die rund 100 Mitarbeiter sollen künftig in Hamburg arbeiten.

Voriger Artikel
Fackellauf für Inklusion
Nächster Artikel
"Brücke"-Standort unter neuer Regie

Das Kieler Büro von Blohm+Voss befindet sich im ehemaligen Stadtwerke-Gebäude am Knooper Weg.

Quelle: Axel Nickolaus

Kiel/Hamburg. Der Standort Kiel geht auf ThyssenKrupp zurück. Als der Konzern noch Besitzer der Werften HDW in Kiel und Blohm+Voss war, arbeiteten beide Standorte bei einigen Projekten zusammen. Daher wurde hier eine Konstruktion für Blohm+Voss aufgebaut. Doch ThyssenKrupp verkaufte 2011 den zivilen Teil von Blohm+Voss an den britischen Finanzinvestor Star Capital Partners. Den Überwasserschiffbau in Kiel (HDW Gaarden, heute German Naval Yards) hatte der Konzern kurz vorher bereits an Abu Dhabi Mar verkauft und sich selbst auf den Bau von U-Booten (ThyssenKrupp Marine Systems) konzentriert. Doch die Blohm+Voss-Mitarbeiter blieben zunächst auf dem Werftgelände in Kiel-Gaarden, später zogen sie dann in das ehemalige Gebäude der Stadtwerke am Knooper Weg.

Der Umzug zurück nach Hamburg sei „schon länger diskutiert worden“, sagte der Blohm+Voss-Sprecher. Jetzt sei entschieden worden, dies auch umzusetzen. Ein Stellenabbau sei nicht geplant: „Wir brauchen die Leute.“ Die Werft, bestehend aus Blohm+Voss Shipyards und Blohm-Voss Repair, beschäftigt noch rund 1100 Mitarbeiter; den Marineschiffbau hatte ThyssenKrupp behalten.

Die Eigentümer des Unternehmens forcieren derzeit die Neuausrichtung der Werft. Deren langjähriger Chef Herbert Aly war im Januar überraschend von dem Niederländer Fred van Beers abgelöst worden, angeblich weil es einen Konflikt um die künftige Strategie gegeben haben soll. Aly hatte Blohm+Voss auf Reparatur und Umbau von Passagierschiffen und Offshore-Einheiten sowie den Neubau von Jachten ausgerichtet. Van Beers solle seinen „Fokus auf den Ausbau des Geschäfts mit Luxusjachten legen“, teilten die Eigentümer mit. Man habe sich einem „langfristigen und tragfähigen Wachstumsplan für Blohm+Voss verschrieben“. Das könnte auch als Absage an die niederländische Werft Damen Shipyards gedeutet werden, der Interesse am Kauf der Hamburger Werft nachgesagt wird.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Events in Kiel

Veranstaltungen in Kiel
Aktuelle Termine, News, Infos.

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3