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Neue Aufgaben warten in Tansania

Entwicklungshelfer Neue Aufgaben warten in Tansania

Vor mehr als 30 Jahren ging Dr. Karl-Peter Giese mit seiner Frau Charlotte für zwei Jahre nach Tansania, um dort als Entwicklungshelfer zu arbeiten. Nun, da er pensioniert ist, wird er in diesem Oktober für ein Jahr in den ostafrikanischen Staat zurückkehren, um dort ein Hilfsprogramm zur besseren Versorgung und Behandlung von Schwangeren zu unterstützen.

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Karl-Peter und Charlotte Giese bereiten sich auf ihr Jahr in Tansania vor.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. „Mir tun die Flüchtlinge leid, weil sie weglaufen müssen. Ich will in Tansania die Hilfe vor Ort verbessern, damit die Menschen in ihrer Heimat bleiben können“, sagt Giese. Im Fokus seiner Arbeit für den Entwicklungsdienst „Voluntary Services Overseas“ steht Nachhaltigkeit. Giese wird ein Jahr lang Ärzte und Krankenhausmitarbeiter weiterbilden. Durch Spenden sollen im Krankenhaus Gerätschaften bereitgestellt werden, die vor Ort auch wirklich benötigt und betrieben werden können. „Die Medizin muss dort mit beschränkten diagnostischen und medikamentösen Mitteln auskommen“, sagt Giese.

 Charlotte Giese wird ihren Mann auch bei dieser Reise wieder begleitet. Ihr neues Ziel Mtwara ist eine ärmliche Stadt in Küstennähe und an der Grenze zu Mosambik. „Ab hier kommt man nur zu Fuß weiter“, sagt sie und malt mit ihrem Zeigefinger die kleinen Linien Richtung Grenze nach, „hier gibt es keine Straßen mehr. Das sind alles Wege.“ Doch daran hat sich die gelernte Krankenschwester inzwischen gewöhnt. „Als wir vor 30 Jahren auswanderten, hatten wir nicht einmal ein Telefon, geschweige denn eine Waschmaschine.“

 Nach der Rückkehr aus Dodoma, einem Ort in der Mitte von Tansania, war Giese klar, dass er wieder zurückkehren wird. Zunächst wollte er jedoch in Deutschland seinen Facharzt machen, um besser ausgebildet zu sein. Das Gefühl, aufgrund fehlender Infrastruktur nicht rechtzeitig helfen zu können, nagte an dem ambitionierten Arzt. „Wenn in Deutschland ein Notkaiserschnitt gemacht werden muss, ist spätestens nach zwanzig Minuten das gesamte Team bereit. In Tansania kann das bis zu zwei Stunden dauern.“

 Es verging viel Zeit: Das Ehepaar bekam weitere Kinder, und Karl-Peter Giese arbeitete an seiner Karriere als Arzt. Trotzdem macht er den Eindruck, als wären sie erst gestern dort gewesen, wenn die beiden sich über die Landkarte gebeugt an ihre abenteuerliche Zeit erinnern und erzählen, wie sie gemeinsam den Kilimandscharo bestiegen.

 Der Anfang war alles andere als leicht. „Ich weiß noch, dass ich zum Markt ging, um einzukaufen. Aber gab es nur grüne Blätter und lebende Tiere. Und da bin ich ohne Einkäufe zurückgekommen“, erzählt Charlotte Giese lachend. „Ich kannte das ja einfach nicht.“

 Doch durch die Hilfe von „Mama Maria“, einer Bewohnerin, die den Deutschen bei der Orientierung und Kindererziehung half, klappte die Eingewöhnung recht schnell. Auch bei der Hausgeburt der zweitältesten Tochter Anna, der Karl-Peter Giese selbst auf die Welt half, wich „Mama Maria“ nicht von Charlotte Gieses Seite. Töchterchen Anna wuchs mit ihrem Bruder zwischen den einheimischen Kindern auf, die ihre blonden Haare faszinierend fanden. Auch sie schlug eine medizinische Laufbahn ein: Vor einiger Zeit kehrte Anna Giese für ihr praktisches Jahr als Ärztin zurück in ihr Geburtsland. Die Begeisterung für die Arbeit dort wurde ihr in die Wiege gelegt.

 Bedenken bezüglich der Rückkehr hat das Ehepaar Giese nicht: „Wir waren ja schon einmal da.“ Wöchentlich trifft sich der pensionierte Arzt mit einem Muttersprachler, um sein Kisuaheli wieder aufzufrischen. Auch die wichtigen Impfungen gegen Gelbsucht und Tollwut hat das Ehepaar schon bekommen. Dem neuen Abenteuer steht also nichts mehr im Weg.

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