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Der Kleingärtner blickt in die Zukunft

Entwicklungskonzept Der Kleingärtner blickt in die Zukunft

Die Zukunft der Kleingärten kann beginnen. Zwei Jahre lang haben Kiels Bürgermeister Peter Todeskino (Grüne) und sein Team vom Stadtplanungsamt unzählige Gartentischgespräche geführt, Workshops veranstaltet, Stadtteilforen initiiert und zu Rundgängen (Talk Walks) in den Kleingartenanlagen eingeladen.

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Das Kleingartenwesen – hier ein Motiv aus der Anlage „Ziegenkoppel“ – ist im Wandel. Mit einem Entwicklungskonzept sollen die insgesamt 266 Anlagen in Kiel besser für die Zukunft gerüstet werden.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Es wurde vermessen und gezählt. Gemeinsame Visionen entstanden. Dann war es fertig, das neue Kleingartenentwicklungskonzept. Bis zum 4. Mai wird das zwei Aktenordner umfassende Werk den Kielern vorgestellt. Das Kleingartenwesen hat in Kiel eine lange Tradition. Ab dem Jahr 1830 entwickelte sich nach und nach ein grüner Kranz um die Stadt, der auch heute noch besteht. Der absolute Höhepunkt der Entwicklung war in den 1960er-Jahren, als 713 Hektar von Kleingärtnern beackert wurden. Das aktuelle Kleingartenentwicklungskonzept stammt aus dem Jahre 1974. Viel hat sich inzwischen verändert. Unter anderem werden nur noch die Hälfte aller Kleingärten zum Anbau von Obst und Gemüse genutzt. Der Freizeit- und Erholungsfaktor spielt eine immer größere Rolle.

Heute gibt es in Kiel 10182 Parzellen in 266 Kleingartenanlagen auf insgesamt 581 Hektar. „Auslöser für das neue Konzept war die Möbel-Kraft-Ansiedlung, als 330 Parzellen weichen mussten“, sagte Bürgermeister Peter Todeskino in einem Vorabgespräch. „Da tauchte die Frage auf: Wie gehen wir eigentlich mit unseren Kleingärtnern um?“ Das neue Konzept liefert deshalb nicht nur eine Bestandsaufnahme, sondern auch viele Ideen für die Zukunft.

Bei all den Gesprächen kam heraus, dass der Grüngürtel der Stadt unbedingt erhalten werden muss. Die Kleingärten sollen in ihrem Bestand gesichert werden. Es soll Raum für zukunftsorientierte Kleingartenformen geschaffen werden. Und: Das Kleingartenwesen kann eventuell durch die Reduzierung von zu großen Vereinen besser funktionieren. „Unterm Strich werden wir nicht weniger Kleingärten haben“, sagte Todeskino. „Aber es sind an einigen Stellen Veränderungen nötig.“ So sollen Kleingartenparks entstehen, damit noch mehr Bürger die Anlagen als Naherholungsgebiet nutzen können. Durch einen Stadtgartenweg sollen die Anlagen miteinander verbunden werden. Durch die Teilung von zu großen Parzellen (optimal seien laut Bundeskleingartengesetz Größen unter 400 Quadratmetern) und die Nutzung brachliegender Gärten (11 Prozent) könnten solche Parks und ein Weg möglich werden.

Geplant ist auch ein Stadtgartenbüro, das für eine bessere Kommunikation zwischen allen Beteiligten sorgen soll. Zudem sind Flächen vorgesehen, die jeder nutzen kann (Urban Gardening). „Bei all unseren Gesprächen mit den Kleingärtnern hat mich sehr beeindruckt, wie viel in den Vereinen ehrenamtlich geleistet wird“, sagte Andrea Franck vom Stadtplanungsamt. Die Kleingärtner selbst sind nun gespannt aufs Konzept. Werner Müller vom Kreisverband Kiel der Kleingärten betonte, dass sein Verband ein solches Konzept dringend gefordert hätte. „Es geht für unsere Mitglieder um langfristige Sicherheit und Perspektiven“, sagte er. Das Konzept wird nach den Vorstellungen in den Stadtteilen noch mehrere Gremien durchlaufen. „Bisher ist nichts in Stein gemeißelt“, so Todeskino.

Die Stadt Kiel will Bürger und Kleingärtner aus den Stadtteilen in den nächsten Tagen über das Kleingartenentwicklungskonzept informieren.

Das sind die Termine:

  • Stadtteilforum Kiel-Süd: Dienstag, 26. April, 17 bis 19 Uhr, Mensa der Stiftung Drachensee, Hamburger Chaussee 221
  • Stadtteilforum Kiel-Nord: Mittwoch, 27. April, 19 bis 21 Uhr, Mensa der Fritz-Reuter-Schule, Fritz-Reuter-Straße 79-85
  • Stadtteilforum Kiel-Ost: Dienstag, 3. Mai, 19 bis 21 Uhr, Mensa des RBZ Technik, Geschwister-Scholl-Straße 9
  • Stadtteilforum West: Mittwoch, 4. Mai, 19 bis 21 Uhr, Ratssaal im Rathaus, Fleethörn 9
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Ein Artikel von
Kristiane Backheuer
Lokalredaktion Kiel/SH

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