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Neuer Grippevirus trifft Schleswig-Holstein

Erkältungswelle Neuer Grippevirus trifft Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein schnieft und hustet. Eine Welle hartnäckiger Erkältungserreger und Grippeviren lässt die Zahl der Krankschreibungen landesweit stark ansteigen. So registrierte die AOK allein bei ihren Mitgliedern in den vergangenen 14 Tagen eine Zunahme von mehr als 20 Prozent.

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Gute Besserung: In Schleswig-Holstein steigt die Zahl der Krankschreibungen aufgrund von grippalen Infekten.

Quelle: Imago

Kiel. Die meisten Krankschreibungen erfolgen zwar aufgrund von grippalen Infekten (nicht zu verwechseln mit Grippe). Allerdings können es auch solche normalerweise relativ harmlosen Infekte durchaus in sich haben. „Nach Beobachtung meiner Kollegen führen sie in diesem Jahr ungewöhnlich häufig zu hartnäckigem Husten oder Fieber. Da ist man richtig krank, 14 Tage oder noch länger“, erklärt der Hausärzte-Landesvorsitzende Dr. Thomas Maurer.

 Die Häufung solch vergleichsweise schwerer Krankheitsverläufe führt der Mediziner auf die weitere Verbreitung eines bislang eher seltenen Erregers im Norden zurück. Deshalb hätten sich dagegen auch noch wenig Antikörper zur Abwehr der Infektion bilden können.

Grippe erfasst SH früher als üblich

 Angestiegen ist aber auch die Zahl der Infektionen mit Grippe-Viren (Influenza). „Von Woche zu Woche werden es mehr“, betont Prof. Helmut Fickenscher, Leiter des Instituts für Infektionsmedizin an der Kieler Universität: „Die Welle hat den Norden voll erfasst und das etwa vier Wochen früher als sonst üblich.“

 Die von dem Mediziner ebenfalls geleitete Landesmeldestelle für meldepflichtige Infektionskrankheiten registrierte in der vierten Januar-Kalenderwoche im Norden 156 Influenza-Fälle, 63 mehr als in der Woche zuvor. Addiert man alle Infektionen seit der letzten Dezemberwoche 2016 kommt die Meldestelle auf insgesamt 329 Grippefälle in Schleswig-Holstein. Nach Beobachtung von Fickenscher sind dabei alle Altersstufen gleichermaßen von den Infektionen betroffen.

 Insbesondere für ältere Menschen könnte trotzdem eine solche Impfung hilfreich sein. Denn laut Experten ist im Norden der hier vergleichsweise neue Grippevirus-Stamm H3N2 immer weiter auf dem Vormarsch.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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