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Illegales Tropenholz bei Nobiskrug

Nach Bau der "A" Illegales Tropenholz bei Nobiskrug

Die Nobiskrug-Werft hat allem Anschein nach illegal geschlagenes Tropenholz beim Bau der „Sailing Yacht A“ verwendet. Das sind die Ergebnisse eines Gutachtens, das die Staatsanwaltschaft Kiel nach einer Razzia in den Standorten Kiel und Rendsburg der Jacht-Werft anfertigen ließ.

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Exakt 1278 Teakholz-Stücke wurden auf der „Sailing Yacht A“ verbaut. Die Frage, woher das Holz genau stammt, sorgte für erheblichen Wirbel.

Quelle: Frank Behling (Symbol)

Kiel/Rendsburg. Den Fund illegalen Holzes bestätigte Oberstaatsanwalt Axel Bieler am Dienstag. Auf den Werften hatten die Ermittler am 14. März Proben entnommen. Nobiskrug hatte bestätigt, dass die Vorwürfe den Bau der „A“ betreffen.

Die gemeinnützige Naturschutzorganisation „Environmental Investigation Agency“ hatte bereits im Oktober 2016 berichtet, beim Bau der größten Segeljacht der Welt in Kiel sei illegal geschlagenes Teakholz verwendet worden. Das hatten alle Beteiligten zunächst bestritten. Auch Überprüfungen von Bundesbehörden ergaben keine Unregelmäßigkeiten beim Import.

Ob der illegale Ursprung bekannt war, ist weiter offen

Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt jedoch weiter gegen Unbekannt wegen des Verstoßes gegen das Holzhandels-Sicherungs-Gesetz. Es handele sich eindeutig um Holz, „das nicht aus einer Plantage stammt“, so Bieler. Experten könnten das anhand von Struktur und Jahresringen feststellen. Allerdings sei keineswegs klar, ob den Käufern des Holzes die illegale Herkunft bekannt war. „Jetzt ist die Frage: Wer ist dafür verantwortlich?“, so Bieler.

Die 1278 bis Februar auf der „A“ verbauten Teakholz-Planken hatte Nobiskrug von der spanischen Firma Teak Solutions erworben. Die nun ausgewerteten Proben stammten höchstwahrscheinlich aus Burma, erläuterte Bieler. Informationen, wie das Tropenholz von dort exportiert wurde, seien aber ausgesprochen schwierig zu erhalten: „Burma schottet sich ab.“ Die Kieler Ermittler werten daher weiter E-Mail- und Geschäftskorrespondenzen aus, die sie bei der Durchsuchung sichergestellt hatten. Sie könnten klären, ob der Ursprung des Holzes in Spanien oder bei Nobiskrug bekannt war. Mit weiteren Ergebnissen rechnet Bieler aufgrund der Datenmenge allerdings erst in etwa einem Monat.

Weil Informationen zur Razzia bei Nobiskrug den Kieler Nachrichten bereits im Vorfeld vorlagen, hat die Kieler Staatsanwaltschaft außerdem Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts des Geheimnisverrats gegen Unbekannt eingeleitet.

„Wir wissen noch nicht, wer derjenige war, der eine entsprechende Information weitergegeben hat“, sagte Oberstaatsanwalt Henning Hadeler am Dienstag. Die Kieler Nachrichten hatten bereits vor dem Start der eigentlichen Durchsuchungen in Rendsburg und Kiel bei der Ermittlungsbehörde nachgefragt.

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Ein Artikel von
Niklas Wieczorek
Lokalredaktion Kiel/SH

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