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Erpresser droht erneut mit Gift-Anschlägen in Kiel

Fall Coop Erpresser droht erneut mit Gift-Anschlägen in Kiel

Im Erpressungsfall Coop hat der Täter seine Forderungen konkretisiert und erneut mit Gift-Anschlägen gedroht. Nach KN-Informationen verlangt der Erpresser von der Handelskette erneut, drei Millionen Euro über die Internetwährung Bitcoin zu zahlen. Wieder drohte der Unbekannte, Süßwaren mit Gift zu versetzen.

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Stellvertretender Landespolizeidirektor Joachim Gutt: „Das Vorgehen des Täters ist hinterhältig. Wir gehen davon aus, dass es ihm vor allem um Selbstdarstellung geht.“

Quelle: Frank Peter

Kiel. „Konkrete Bedrohungen gegen Schulen liegen zum jetzigen Zeitpunkt nicht vor“, teilte Torge Stelck vom Landespolizeiamt in Kiel am Sonntagabend mit. Es gäbe aber dennoch „verschiedene Bedrohungsszenarien“, sagte der Sprecher. „An der grundsätzlichen Gefahrenlage hat sich nichts geändert.“ Die Polizei ermittle weiter mit Hochdruck.

Vorwürfe werden als "diffus" bewertet

 In einem Schreiben vom Wochenende stellt der Erpresser nach KN-Informationen erstmals einen Zusammenhang zu der geplante Fusion zwischen Coop und dem Lebensmittelkonzern Rewe her. Nach Darstellung des Erpressers hat es dabei illegale Absprachen gegeben. Über die tatsächlichen Motive des Erpressers wird nach KN-Informationen allerdings noch spekuliert. Die Vorwürfe des Täters werden von Experten als „diffus“ bewertet. Coop wies auf Nachfrage den Verdacht zurück, dass es in den Verhandlungen mit Rewe illegale Vereinbarungen gegeben habe.

 Die Mail des Erpressers hat in der Betreffzeile erneut das Stichwort „coopwillpay“ (Coop wird zahlen), das der Erpresser bereits in der vergangenen Woche in seinen Schreiben verwendet hat. Der Erpresser beharrt darauf, dass Coop – anders als behauptet – sehr wohl die geforderte Summe in Bitcoins zahlen könne. Dabei handelt es sich um eine digitale Geldeinheit, die weltweit als dezentrales Zahlungssystem angesehen wird. Polizeisprecher Stelck betonte dagegen: Es sei nicht ohne weiteres möglich, eine größere Summe an Bitcoins zu beschaffen. „Hier ist eine vorherige Absprache mit privaten Tauschbörsen und Betreibern von Bitcoin-Börsen notwendig.“

BAO wurde eingerichtet

 Die Landespolizei hat seit der vergangenen Woche eine „Besondere Aufbauorganisation“ (BAO) eingerichtet. Geleitet wird sie vom stellvertretenden Landespolizeidirektor Joachim Gutt. Die BAO kann auf alle Kräfte der Landespolizei zurückgreifen – eine Möglichkeit, von der sie bei dem Großeinsatz an drei Kieler Schulen am Freitagmorgen bereits Gebrauch gemacht hat.

Joachim Gutt sagte zum Handeln des Erpressers auf Anfrage: „ Das Vorgehen des Täters ist besonders hinterhältig.“ Er nutze bewusst die Arglosigkeit von Schulkindern aus. „Dies gilt besonders an einer Grundschule und knapp eine Woche nach Schulbeginn. Wir gehen davon aus, dass es dem Täter neben der Geldforderung vor allem um Selbstdarstellung geht.“

Die Polizei erinnerte an ihre Warnung, bei gefundenen Lebensmitteln besondere Vorsicht walten zu lassen. „Vom Verzehr wird dringend abgeraten.“

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Ein Artikel von
Kristian Blasel
Ressortleiter Lokalredaktion/Kiel

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