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Verschnaufpause im Tirpitzhafen

„Esbern Snare“ Verschnaufpause im Tirpitzhafen

Die „Esbern Snare“, der Stolz der dänischen Marine, hat am Wochenende im Kieler Tirpitzhafen festgemacht und sich eine Verschnaufpause gegönnt. In der vergangenen Woche absolvierte das 138 Meter lange und gut 6600 Tonnen verdrängende Kampfschiff einen wichtigen Teil seiner Einsatzausbildung.

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Die "Esbern Snare" der dänischen Marine liegt aktuell in Kiel.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Beim Einsatzausbildungszentrum Schadenabwehr der Marine trainierte die 70-köpfige Crew die Leck- und Brandabwehr an Bord ihres Schiffes. Die Pause zwischen den einzelnen Ausbildungsabschnitten nutzt die dänische Marine zur Erholung. Bereits im Frühjahr waren dänische Kriegsschiffe zur Ausbildung in Kiel.

Die „Esbern Snare“ ist eines der größten dänischen Kampfschiffe. Zur Ausstattung gehören Landungsboote, Hubschrauber, ein Hospital und weitreichende Waffen. Gebaut wurde das Schiff zwischen 2004 und 2006 bei der Odense Werft auf der Insel Fünen. Angetrieben wird es von deutschen MTU-Dieseln. Zusammen mit der älteren Schwester "Absalon“ und den drei fast baugleichen Fregatten der „Iver Huitfeldt“-Klasse bildet die „Esbern Snare“ heute den Kern für Auslandseinsätze.

Die deutsche Marine erwartet mit den Fregatten der Klasse 125 vier ähnliche Schiffe. Sie wurden 2007 bestellt, doch aufgrund erheblicher Verzögerungen und Problemen beim Bau auf deutschen Werften werden diese jedoch erst frühestens ab 2017 für die Marine in Fahrt kommen. Zum Vergleich: Der Bau der „Esbern Snare“ hat zwischen Auftragsvergabe und Indienststellung hingegen gerade einmal fünf Jahre gedauert.

Eine Hauptaufgabe für die „Esbern Sare“ sind Landungs- und Unterstützungseinsätze für Bodentruppen sowie Geleitaufgaben für Handelsschiffe. Dafür bekommt das Schiff auch neue Hubschrauber. Der erste von neun Hubschraubern des US-Typs MH60R Seahawk wurde am 22. Oktober von der US-Firma Lockheed Martin in Werk in Owego im Bundesstaat New York ausgeliefert. Damit sind die dänischen Soldaten mittlerweile auch deutlich besser ausgestattet als ihre deutschen Kameraden.

Dänemark hat sich aufgrund der guten Erfahrung der bereits weltweit im Einsatz bewährten US-Hubschrauber gegen die MH90 eines europäischen Herstellers entschieden. Anders Deutschland. Im Oktober waren weniger als fünf der 43 Hubschrauber am Fliegerhorst in Nordholz einsatzbereit. Voraussichtlich erst im Jahr 2019 bekommt die Deutsche Marine 18 neue Hubschrauber des Typs „Sea Lion“ vom Luftfahrtkonzern Airbus Helicopters für rund 1,8 Milliarden Euro. Für den deutschen Steuerzahler ein teures Geschäft. Während die deutschen Marinehubschrauber fast 100 Millionen Euro das Stück kosten, wird die Anschaffung der Seahawks der dänischen Marine nur rund 70 Millionen Euro pro Maschine kosten.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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