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"Mach Mittag" geht das Geld aus

Essenszuschuss für Kinder "Mach Mittag" geht das Geld aus

In Kiel muss kein Kind hungern – diesen Plan kann die Stiftung „Bildung macht stark“ ab kommendem Schuljahr nicht mehr für alle Schüler in Kiel umsetzen. Bisher haben bedürftige Schüler aller Schularten von der Kampagne „Mach Mittag“ profitiert - doch jetzt geht das Geld aus.

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Damit benachteiligte Grundschulkinder beim Mittagessen in der Schule dabei sein dürfen, übernimmt die Kieler Stiftung trotz Geldnot weiterhin die Kosten. Für die Schüler an weiterführenden Schülern reicht das Geld jedoch nicht mehr.

Quelle: imago

Kiel. Ab September wird es kein kostenloses warmes Mittagessen an weiterführenden Schulen mehr geben. Der Grund: „Die Spenden reichen nicht aus, um alle zu unterstützen“, bedauert Oberbürgermeister Ulf Kämpfer. Das Stiftungskuratorium unter seinem Vorsitz habe daher entschieden, die Zuschüsse auf Grundschüler zu beschränken. Gleichzeitig werbe man für „eine dauerhaft stabile Lösung auf Landes- oder Bundesebene“. Im Landeshaus werden solche Pläne bereits wohlwollend geprüft. Die Fraktionen von CDU, SPD und Grünen erklärten ihre grundsätzliche Bereitschaft, in Zukunft für Schüler aus einkommensschwachen Familien ein kostenloses Schulessen über den Landeshaushalt zu finanzieren.

Eigentlich sei die Kampagne „Mach Mittag“ eine Erfolgsgeschichte, sind sich Kämpfer und seine Mitstreiterin Angelika Volquartz einig. „Das Spendenaufkommen ist enorm. Aber es genügt nicht“, gab sich die ehemalige Oberbürgermeisterin und Stiftungsbotschafterin zerknirscht. Das Defizit betrage rund 200000 Euro pro Schuljahr. Um wie bisher das tägliche Mittagessen für Bedürftige in allen Schulen anzubieten, benötige die Stiftung knapp eine halbe Million Euro. Doch es sei nicht einmal sicher, ob die laufenden Spenden die Kosten für die Grundschüler decken. Diese belaufen sich auf 330000 bis 360000 Euro pro Schuljahr. Sollten die Spenden selbst dafür nicht reichen, werde die Stadt für einen Übergangszeitraum bis Mitte 2018 eine Ausfallbürgschaft übernehmen, versprach Kämpfer.

Bis dahin hofft das Kuratorium auf eine politische Lösung. Im Land sehen Kämpfer (SPD) und Volquartz (CDU) größere Chancen als im Bund.

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Eigentlich ist der Stiftungszweck über jede Kritik erhaben: Kein Kind sollte hungern. Doch bürgerschaftliches Engagement ist für diese Aufgabe nicht der richtige Weg. Die Stiftungskampagne „Mach Mittag“ ist zwar erfolgreich, aber nie ausreichend, weil immer nur ein Teil der hungrigen Kinder mit einer kostenlosen Mahlzeit versorgt werden kann.

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