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Spitzenforschung zum Anfassen

„Nacht der Wissenschaft“ Spitzenforschung zum Anfassen

Das Klischee vom Elfenbeinturm hat ausgedient, es lebe die Wissenschaft zum Anfassen, Mitmachen und Erleben: Wenn am 30. September in Kiel die erste „Europäische Nacht der Wissenschaft“ beginnt, geht es nicht nur um den Spaß am Lernen und Forschen, sondern auch um die Identität einer Universitätsstadt und ihrer Region.

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Stolz auf den erfolgreichen Antrag: Janet Sönnichsen, Geschäftsführerin der Kiel Region GmbH, Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, Ilka Parchmann, Vizepräsidentin der CAU, Linda Pialek, Referat Forschungsförderung CAU, Klaus Lebert, Vizepräsident der Fachhochschule Kiel, und Dirk Mirow, Kanzler der Muthesius Hochschule.

Quelle: Michael Kaniecki

Kiel. Die Kiel Region legt ein Jahr später nach: Am 29. September 2017 werden neben Kiel auch in Eckernförde, Plön, Preetz und Rendsburg Wissenschaftler aus der Region ihre Forschung präsentieren. Europaweit beteiligen sich in beiden Jahren 260 Städte. Besonders stolz sind die Initiatoren in der Kiel Region darauf, dass sie den besten Antrag nach Punkten gestellt haben.

 „Wir haben Oxford ausgestochen“, sagte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Kiel Region GmbH ist, augenzwinkernd bei der Vorstellung des Programms am Dienstag. Und in der Tat sieht Kiel neben so namhaften Städten wie Oxford, Madrid oder Paris ziemlich gut aus. Auch in diesen Städten laden zeitgleich Wissenschaftler und Forschungseinrichtungen zur „Europäischen Nacht der Wissenschaft“ ein. Aber die höchste Punktzahl der EU-Auswahlkommission habe von 113 Anträgen europaweit nur die Kiel Region erhalten, nämlich 14,5 von möglichen 15 Punkten. „Das ist ein großer Erfolg für uns, wir sind alle mächtig stolz“, sagte Kämpfer. Das Projekt solle darüber hinaus Identität stiften und das regionale Profil als Standort der Wissenschaft und Forschung weiter schärfen. Die erfolgreichen Anträge kamen aus 25 verschiedenen Ländern. In Deutschland ist neben Kiel nur noch die Stadt Trier dabei. Die zwei „Nächte der Wissenschaft“ unter dem Motto „Wissen schafft Zukunft“ werden aus dem Topf des EU-Förderprogramms für Forschung und Innovation „Horizon 2020“ mit 163000 Euro gefördert.

 Den eigenen Standort schätzen lernen: In den „Nächten der Wissenschaft“ können Bürger und Besucher der Kiel Region in allen beteiligten Städten einen Eindruck davon bekommen, was hinter den Mauern „ihrer“ Forschungseinrichtungen so los ist und welche Bedeutung diese haben. Auch das Leben und Arbeiten der Forscher soll dabei im Vordergrund stehen. 14 Einrichtungen und Verbünde sind dabei – von der Kieler Christian-Albrechts-Universität und der Fachhochschule über das Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung und das Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön bis zum Max Rubner-Institut. In jeder Nacht sollen mehr als hundert Forscher und Wissenschaftler rund 80 Aktivitäten anbieten, ob Laborführungen, Workshops oder Experimente zum Mitmachen. Ein kostenloser Shuttle soll die einzelnen Standorte miteinander verbinden.

 An den einzelnen Programmpunkten wird nach Aussage von Janet Sönnichsen, Geschäftsführerin der Kiel Region GmbH, noch gefeilt. „Da ist noch viel Detailarbeit nötig.“ Auch Sponsoren aus der Wirtschaft würden noch gesucht. Dirk Mirow, Kanzler der Muthesius Kunsthochschule, konnte schon mal den Film „Translating the blue“ von Stephan Sachs ankündigen, der im Kieler Studio gezeigt werden soll. Prof. Klaus Lebert, Vizepräsident der Fachhochschule Kiel, setzt auf den satten Sound des Mediendoms und auf den Bau kleiner Roboter im Computermuseum: „Wir wollen keine akademischen Reden schwingen, sondern Wissenschaft lebendig präsentieren.“ Prof. Ilka Parchmann, Vizepräsidentin der CAU, freut sich über das Netzwerk, das schon jetzt sehr „vorzeigbar“ sei. „Der Erfolg unseres Antrags zeigt deutlich, dass wir ein europaweit anerkannter Standort der Wissenschaft sind.“

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Ein Artikel von
Carola Jeschke
Lokalredaktion Kiel/SH

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