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„Unverpackt“-Gründerin erhält Nachhaltigkeitspreis

Exerzierplatz „Unverpackt“-Gründerin erhält Nachhaltigkeitspreis

Marie Delaperrière ist eine Wegbereiterin. Als sie vor drei Jahren den Laden „Unverpackt“ am Exerzierplatz eröffnete und seitdem dort Lebensmittel und Drogerieartikel anbietet, die ohne Plastikfolie über den Tresen gehen, rieben sich viele Kieler die Augen.

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Ulf Kämpfer (v. li.) freut sich mit Marie Delaperriére, Klaus Reu, Marlene Michaelis, Friederike Groß, Dirk Lindenau, Vesna Dittmer, Friederike Rückert, Peter Todeskino und Kristin Dahl.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Seitdem Tante-Emma-Läden ausgestorben sind, hatte man das nicht mehr gesehen. Inzwischen gibt es beinahe 50 ähnliche Geschäfte in ganz Deutschland, sodass die Stadt die Erfolgsidee von der Förde am Dienstag stolz mit dem ersten Kieler Nachhaltigkeitspreis auszeichnete.

„Das ist für mich eine wahnsinnige Ehre“, freute sich die Preisträgerin, als ihr im Ratssaal von Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und Bürgermeister Peter Todeskino eine entsprechende Urkunde überreicht wurde. Außerdem bekam sie einen Scheck über 2500 Euro. In ihrer Begründung führt die Jury aus, dass Delaperrière unter anderem auch durch den Verleih von Mehrweggefäßen helfe, Kunststoffabfälle zu vermeiden. Überzeugt hat ihr Konzept die Jury offenbar auch, was „Zukunftsoffenheit“, „Innovation“ und „Vorbildfunktion“ – um nur einige der Kriterien zu nennen – anhand der 18 eingegangenen Bewerbungen beurteilt wurden.

Weitere Preise wurden verliehen

15 Bewerbungen kamen in die engere Wahl, sodass man sich in der Jury rasch einig wurde, das Preisgeld in Höhe von 5000 Euro unter mehreren Preisträgern aufzuteilen. Auf dem zweiten Platz – mit 1000 Euro dotiert – landete Kristin Dahl von der Hochschulgastronomie des Studentenwerks. Auf dem Campus sind Einwegbecher und -deckel dank ihres Konzepts längst verpönt, Thermogefäße liegen hingegen im Trend. Eine halbe Million Einweggefäße sind so schon eingespart worden. Demnächst soll die Mehrweglösung durch neue Becher aus Bambusfasern noch attraktiver werden.

Mit just jenen Bechern hat bisher der Kieler Weltladen für Furore gesorgt, der für diese Initiative zur Müllvermeidung mit einem dritten Preis bedacht wurde. Klaus Reu kündigte an, das Preisgeld von 500 Euro in Infomaterial investieren zu wollen. Ebenfalls mit einem dritten Preis und 500 Euro bedacht wurde die Lehrerin Friederike Rückert. Sie hatte zusammen mit Gymnasiasten Unterrichtsmaterialien zum Thema „Schafft den Müll aus dem Meer“ entwickelt.

Und noch ein weiterer dritter Preis wurde verliehen – dieser ging an die Schülerinnen Stella-Marie Groß, Vesna Dittmer und Marlene Michaelis. Im Rahmen eines Greenscreen-Projekts haben sie einen 20-minütigen Film mit dem Titel „Der künstliche Tod“ über Plastik im Meer und an Küsten gedreht und die Gefahr für Meeresvögel thematisiert. Er soll auch beim diesjährigen Naturfestival in Eckernförde präsentiert werden.

Eine Urkunde gab es schließlich noch für das Konzept eines schiffsbasierten Abfallmanagement-Systems für Inselstaaten und große Küstenstädte, das Dirk Lindenau von der gleichnamigen Kieler Werft entwickelt hat.

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Ein Artikel von
Thomas Paterjey
Lokalredaktion Kiel/SH

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"Unverpackt" in Kiel
Freut sich sehr über ihre Nominierung: Marie Delaperrière, Inhaberin des Lebensmittelladens Unverpackt.

Über einen Mangel an Ideen muss sich Marie Delaperrière keine Sorgen machen. Davon hat die 43-jährige Inhaberin des Kieler Lebensmittelladens Unverpackt genügend. Jetzt wurde sie für den Next Economy Award (NEA nominiert. 

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