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Ermittler haben konkreten Verdacht

Exhibitionist nahe der CAU Ermittler haben konkreten Verdacht

Polizei und Staatsanwaltschaft suchen weitere Opfer und Zeugen, die Hinweise zu dem Exhibitionisten geben können, der seit mehr als eineinhalb Jahren jungen Studentinnen im Umfeld der Uni Kiel nachstellt. Die Behörden haben offenbar  einen konkreten Verdacht, um wen es sich bei dem Unbekannten handelt.

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Mit Aushängen, unter anderem im Sportforum, warnt die Polizei vor einem Exhibitionisten, der an der Uni mehrfach jungen Frauen nachgestellt hat.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Nach Informationen unserer Zeitung war es Ermittlern der Polizei bereits im Herbst vergangenen Jahres gelungen, einen Verdächtigen zu stellen – nur wenige Minuten, nachdem er sich einer jungen Frau nackt gezeigt hatte. Allerdings soll der Beschuldigte die Vorwürfe strikt zurückgewiesen haben. Überdies sei er nicht unbekleidet gewesen, als die Beamten ihn schnappten.

Appell an Betroffene und Zeugen

Oliver Pohl von der Polizeidirektion Kiel bestätigt, dass es bereits Ermittlungen gegen eine Person gegeben habe, diese aber wieder auf freien Fuß gesetzt werden musste. Ob der Beschuldigte für zwei weitere exhibitionistische Aktionen Anfang Januar und zuletzt im März verantwortlich ist, sei unklar. Kiels leitende Oberstaatsanwältin Birgit Heß appelliert an weitere Geschädigte, sich bei der Polizei zu melden. „Möglich ist, dass Frauen aus Scham über den Vorfall schweigen, oder sie es eher belustigt zur Kenntnis genommen haben“, sagt die Ermittlerin. Wichtig sei für die Behörden nur, dass Betroffene und Zeugen eine Aussage machten. Seit Ende 2014 soll der hagere, etwa 30 bis 40 Jahre alte Mann mehrfach in den Nachtstunden unbekleidet jungen Frauen nachgestellt und sie verfolgt haben.

"Ich dachte, der Kerl sei gefasst"

Unter den Studierenden der Kieler Uni haben die Vorfälle längst die Runde gemacht. Über die Aushänge mit einem Phantombild und verschiedene Facebook-Gruppen der Uni und ihrer Fachschaften verbreitete sich die Nachricht. „Die Zettel hingen ja schon eine Weile hier. Dann waren sie weg, und ich dachte, der Kerl sei gefasst“, sagt Lisa Kragh.

Auf dem Weg zur Mensa sind die Vorfälle Gesprächsthema bei der 26-jährigen wissenschaftlichen Mitarbeiterin am Historischen Seminar und ihren Kolleginnen. „Natürlich spricht man darüber, es hört ja irgendwie nicht auf“, ergänzt Karen Bruhn. „Angst habe ich nicht“, sagt die 30-Jährige. „Aber ich bin schon froh, dass ich nicht so spät und im Dunkeln nach Hause gehe.“ Noch sei auf dem Campus nicht viel los. „Das Semester fängt ja gerade erst an. Aber gute Werbung für die Uni sind solche Vorfälle natürlich nicht.“

"Direkt bedroht fühle ich mich nicht"

Auch Kira Seeler hat vom Exhibitionisten gehört. „Ich kenne niemanden, der von ihm bedrängt wurde, und habe auch keine Angst. Aber auf dem Weg zum Parkplatz mache ich mir schon Gedanken. Da ist es besser, wenn es hell ist“, sagt die 26-jährige Englisch- und Philosophie-Studentin. Ihre Freundinnen Anna Krontal (27) und Mareike Sell (26) hören hingegen zum ersten Mal etwas von den Vorfällen. „Davon hatte ich gar nichts mitbekommen“, sagt Krontal. „Direkt bedroht fühle ich mich nicht.“

Eine unmittelbare Bedrohung sieht auch André Schoneville nicht. „Solange er nur nackt rumläuft, ist es mir relativ egal“, sagt der 28-jährige Student des Wirtschaftsingenieurwesens. „Aber wenn Gewalt ins Spiel käme, würde ich mir schon Sorgen machen.“

Von Merle Schaack und Bastian Modrow

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Uni Kiel
Foto: Das Fahndungsplakat: Ein unbekannter Exhibitionist treibt sein Unwesen im Umfeld der Universität.

Die Kriminalpolizei Kiel sucht nach einem unbekannten Mann, der seit mehr als eineinhalb Jahren jungen Frauen nachstellt und sich vor seinen Opfern entblößt. Auffällig ist, dass der Exhibitionist vor allem im Umfeld der Uni Kiel aktiv wird. Auf dem Campus sind Phantombilder des Täters aufgehängt worden.

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