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Bald fährt der erste Frachter ohne Personal

Experten sicher Bald fährt der erste Frachter ohne Personal

Die Digitalisierung wird auch die Schifffahrt einschneidend verändern: Experten erwarten bereits 2020 die Jungfernfahrt des ersten unbemannten Frachters.

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Hoher Kostendruck: Schifffahrt setzt auf Digitalisierung.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Das Thema Datenverkehr und Digitalisierung war einer der Schwerpunkte beim 35. Deutschen Seeschifffahrtstag in Kiel. In der Abschlusserklärung fordern die Fachleute einen Ausbau der Datenübertragungen und eine Harmonisierung der rechtlichen Rahmenbedingungen in der EU.

 „Es ist nur noch eine Frage von vier bis fünf Jahren, bis wir das erste autonome Schiff sehen werden“, sagte Professor Jens-Uwe Schröder-Hinrichs von der World Maritime University aus Malmö. Vorangetrieben werde die Entwicklung unbemannter Frachter besonders in Großbritannien, Norwegen und Finnland. Für Ladungstransporte gebe es bereits Konzepte, so Schröder-Hinrichs. Durch EU-Fördermittel gewinne diese Entwicklung zusätzlich an Bedeutung. „Ein Zeichen für die Bedeutung dieses Themas ist, dass sich der Verkehrsgerichtstag in Goslar im Januar ebenfalls mit dem Einsatz unbemannter Schiffe beschäftigen wird“, sagte Nicolai Woelki, Geschäftsführer des Deutschen Nautischen Vereins.

 Nach Einschätzung der Experten werden autonome Schiffe Seeleute aber nicht vollständig ersetzen. „Wir brauchen auch in Zukunft gut ausgebildete Seeleute“, sagte Rudolph Rothe, Leiter der Seefahrtschule Cuxhaven. Gleichwohl müsse gerade in Deutschland mehr für den Nachwuchs getan werden. Hier wurden Reeder und Bundesregierung gleichermaßen aufgefordert. Vorbild sind die Nachbarstaaten Dänemark und Niederlande. „Wir müssen uns ansehen, wie diese Länder es machen und von ihnen lernen“, sagte Rothe. Während die Zahl deutscher Seeleute auf 6516 gesunken ist und die Zahl der Berufsanfänger sich in fünf Jahren auf 446 fast halbierte, liegt die Zahl dänischer Seeleute konstant bei 7700. Die Zahl der Studenten stieg bei dänischen Reedereien in diesem Jahr sogar auf 892, das sind 127 mehr als 2015.

 An die Politik formulierten die Delegierten vor dem Hintergrund der Digitalisierung der Schifffahrt ein Acht-Punkte-Papier mit Empfehlungen. Die Liste reicht vom freien Zugang und der technischen Verfügbarkeit digitaler Dienstleistungen über die Harmonisierung der Datenübertragungen auf EU-Niveau bis zur Anpassung der Datenschutzrichtlinien.

 Nach der Tagung steht jetzt das „Fest am Meer“ rund um die Hörn im Mittelpunkt. Am Wochenende sind dort Spezialschiffe aus allen Teilen Deutschlands zu besichtigen. Darunter auch das größte Lego-Schiff der der Welt.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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