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Mit guter Lehre gegen Studienfrust

Fachhochschule Kiel Mit guter Lehre gegen Studienfrust

Die Fachhochschule Kiel erhielt das Zertifikat „Maschinenhaus“: Das neue Konzept soll die Abbruchquote senken helfen.

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Im sogenannten Team-Teaching gestalten Prof. Olaf Neumann (links) und die Diplom-Statistikerin Stefanie Beinhauer (zweite v.r.) die Lehrveranstaltung Sensorik und Messwertverarbeitung für Masterstudierende – hier im Windkanal der Yacht Research Unit Kiel.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Wie kann man Maschinenbau- und Elektrotechnikstudierende stärker als bisher fürs Studium begeistern, die Abbruchquote reduzieren und damit dem Ingenieurmangel begegnen? Der Fachbereich Maschinenwesen der Fachhochschule Kiel hat darauf mit Experten des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagebau ( kurz VDMA) und HIS-Instituts für Hochschulentwicklung mit Erfolg Antworten gesucht im Rahmen der VDMA-Initiative „Maschinenhaus – Campus für Ingenieure“. In Anwesenheit von Bildungsstaatssekretär Rolf Fischer wurde dem FH-Fachbereich das MaschinenhausZertifikat überreicht.

 „Aufwand und Anstrengungen waren groß. Doch die Sache war es uns wert“, sagt Prof. Jan Henrik Weychardt, im Fachbereich Maschinenwesen zusammen mit Prof. Sönke Schmidt Projektkoordinator der VDMA-Initiative. Seit Ende vergangenen Jahres seien in mehreren Workshops bestehende Lehrformen überdacht und neue Ideen entwickelt worden. So soll zum Beispiel das Just-in-Time-Teaching die Präsenzlehre stärker an den Bedürfnissen der Studierenden ausrichten. Im Team-Teaching etwa gestalten zwei Lehrkräfte eine interdisziplinäre Veranstaltung gemeinsam. So wie Prof. Olaf Neumann und die Diplom-Statistikerin Stefanie Beinhauer, die gemeinsam im Masterstudiengang Maschinenbau Sensorik- und Messwerttechnik unterrichten.

 „Alle Beteiligten sind gezwungen, ihre Blickwinkel zu ändern“, sagt der Professor für Strömungsmaschinen. Das sei zunächst ungewohnt gewesen und habe viele Absprachen erfordert. Sehr hilfreich sei dabei die Zusammenarbeit mit dem Team der FH-Hochschuldidaktik gewesen. „Wir haben die Chance, ein neues Lehrformat auszuprobieren und dabei sehr viel voneinander gelernt“, sagt Stefanie Beinhauer. Davon profitieren würden auch die Studierenden. „Sie reflektieren mehr über die Stoffinhalte“, ist die Erfahrung der beiden.

 Prof. Udo Beer betrachtet die Auszeichnung als Ausdruck der Wertschätzung für die hervorragende Arbeit am Fachbereich Maschinenwesen, aber auch als Bestätigung des Kurses der gesamten Hochschule: „Die Fachhochschule Kiel hat vor sechs Jahren die Vision entwickelt, die beste Hochschule für Lehre im Norden zu werden. Daran arbeitet sie beharrlich“, sagte der FH-Präsident Montagabend. Der Fachbereich Maschinenwesen habe sich auf den Weg gemacht, die Lehre deutlich zu verbessern. Initiativen wie StartIng, Raceyard, Baltic Thunder oder Tutorensysteme würden sichtbar Früchte tragen. So habe sich der Fachbereich innerhalb der Hochschule von 2005 bis heute vom vierten auf den ersten Platz hinsichtlich der Absolventenzahlen verbessert. Diese Entwicklung helfe zudem, so Beer weiter, einen Teil des regionalen Ingenieurmangels zu beseitigen.

 Wie Prof. Eckart Kottkamp, Sprecher der VDMA-Ingenieurinitiative, erläuterte, will der Verband mit der Maschinenhaus-Initiative einen Beitrag für mehr Studienerfolg im Maschinenbau- und Elektrotechnikstudium leisten. Das Maschinenhaus stehe für ein Lehrkonzept, das sich an der studentischen Biografie ausrichtet und damit den Lernenden in den Mittelpunkt rückt. Dabei würden die vielfältigen Aktivitäten des Fachbereichs Maschinenwesen an der FH Kiel aus Sicht des VDMA schon jetzt in die richtige Richtung gehen. Nicht umsonst gehörte der Fachbereich zusammen mit dem Team MeQS-Hochschuldidaktik der FH Kiel zu den sechs Finalisten des Anfang Mai verliehenen VDMA-Hochschulpreises.

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