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Beinahe-Zusammenstöße lösen Besorgnis aus

Fahrradstraße Am Wohld Beinahe-Zusammenstöße lösen Besorgnis aus

Noch ist es zu keiner Kollision zwischen sehr schnell fahrenden Radlern und Fußgängern am Ende des Sackgassenbereiches der Straße Am Wohld in Kiel gekommen. Doch Anwohner berichten von „Beinahe-Zusammenstößen“, sehen insbesondere Kinder und ältere Menschen gefährdet.

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Servicehaus-Leiter Uwe Schneider und die 95-jährige Catrin Krause, die Mieterin im Awo-Servicehaus (links) ist, demonstrierten, wie nah sich Fußgänger und Radfahrer kommen können.

Quelle: Ingrid Haese

Kiel. Die Straße Am Wohld ist eine Fahrradstraße, auf der Auto- und Motorradverkehr erlaubt ist. Ausgehend von der Einmündung Russeer Weg endet sie in einer Sackgasse. Dort stehen auf dem letzten Abschnitt – ab Einmündung Im Waldwinkel – beidseitig der Fahrradstraße rechtwinklig zur Fahrbahn angeordnete Parkplätze zur Verfügung.

 Die Fahrradstraße endet vor einem gepflasterten Gehweg. Er ist an dieser Stelle abgesenkt, umschließt zum einen den Sackgassenbereich und führt zum anderen als Anschluss an die Fahrradstraße zur Hofholzallee. Auf dem Verbindungsstück zwischen Am Wohld und Hofholzallee ist der Weg für Radfahrer freigegeben. Der Sackgassenbereich Am Wohld kann sehr belebt sein, denn auf seiner östlichen Seite steht das Servicehaus der Arbeiterwohlfahrt (Awo), das betreutes Wohnen anbietet. Auf der gegenüberliegenden Seite hat die Kita Hasseldieksdamm ihren Sitz, daneben befinden sich die Erlöserkirche und die Tagespflegeeinrichtung des Servicehauses.

 „Es geht nicht darum, etwas gegen Radfahrer zu unternehmen, denn 80 bis 85 Prozent verhalten sich völlig korrekt, das Problem sind die sehr schnellen Radfahrer, die aus Richtung Russeer Weg kommen, bestimmt manchmal geschätzte 30 bis 35 Kilometer pro Stunde drauf haben und nicht mehr auf die Fußgänger achten“, betonte Uwe Schneider, Leiter der Awo-Servicehauses, jetzt beim Ortstermin. Die schnellen Radfahrer führen die abschüssige Strecke in einem Rutsch durch.

 Ältere Menschen auf dem Gehweg, die zum Teil über 80 Jahre alt seien und von denen welche auch mit Rollator unterwegs seien, hätten Schwierigkeiten, auszuweichen. Die Autos auf den Parkplätzen versperrten den Radfahrer die Sicht auf den seitlichen Bürgersteig, so dass Fußgänger leicht übersehen werden könnten. Atute Zusammenstöße habe es noch nicht gegeben, aber Beinahe-Vorfälle mit sehr nahen Begegnungen, so Uwe Schneider.

 In den Sackgassenbereich fahren regelmäßig Eltern mit Autos hinein, um Kinder in die Kita zu bringen oder abzuholen. „Wir sorgen uns um die Kinder, die älteren Leute, die anderen Fußgänger und die Radfahrer, denen nicht bewusst ist, was das hier für ein Gefahrenpotenzial ist, gerade dann, wenn Autos ausparken oder anhalten“, erläuterte Kita-Leiterin Elke Heidemann. Um die Geschwindigkeit zu reduzieren, schlägt Uwe Schneider eine Schwelle oder eine Aufpflasterung in Höhe Einmündung Im Waldwinkel vor. Und Elke Heidemann regt ein Schild mit dem Hinweis auf Fußgänger an.

 Die Pressestelle der Stadt verwies zur Konfliksituation auf Paragraf 1 der Straßenverkehrsordnung, der festlegt, jeder Verkehrsteilnehmer habe sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet, behindert oder belästigt wird. Zu den Pflichten in einer Fahrradstraße teilte sie mit, für den gesamten Fahrverkehr gelte eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometer pro Stunde. Radverkehr dürfe weder gefährdet noch behindert werden. Wenn nötig, müsse der Kraftfahrzeugverkehr die Geschwindigkeit weiter verringern.

 Zum Vorschlag, eine Aufpflasterung zu installieren, erläuterte die Pressestelle, diese könnte baulich sicherlich hergestellt werden, sie koste allerdings Geld. Eine solche Maßnahme sei gegenwärtig in keiner Prioritätenliste geführt. Grundsätzlich müsste die Sinnhaftigkeit einer baulichen Veränderung vorher geprüft werden, denn schnelle Radfahrer werde es auch weiterhin geben. Und zur Anregung, mittels Schild auf Fußgänger hinzuweisen, hieß es, die Stadtverwaltung sei bestrebt, Schilder nur dort aufzustellen, wo es unbedingt notwendig sei.

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